Archiv für den Monat Juli 2013

grübeln über Seife…Vorschläge willkommen!

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Eines der Projekte, die schon lange auf meiner „Alles-auf-Anfang“-Liste stehen ist das Herstellen von Seife.Das Seifen im Prinzip aus Fetten und Lauge bestehen, so weit war ich schon. Auf der Suche nach Rezepten im Internet stieß ich auf diverse Blogs und Seiten, die mir zeigten, dass das Sieden von Seife ein beliebtes Hobby darstellt mit einer riesigen Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten: von Mango-Joghurt-Seife über bunte transparente Stücke, tolle Formen und Farben bis zu sprudelnden Badebomben ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Allerdings haben alle diese schicken Stücke ein Problem: sie werden mit dem gefährlichen Ätznatron (NaOH) hergestellt. Auf jeder Seite mit Seifenrezepten wird man neben Ideen für ausgefallene Waschstücke auch Warnhinweise finden, weil der Umgang mit diesem Stoff alles andere als unbedenklich ist: egal ob Spritzer auf der Haut, eingeatmete Dämpfe oder umherschwirrendes Pulver: eigentlich kann man feste Seife wohl nur herstellen, wenn man sich vorher mit Schutzbrille, Handschuhen und Atemmaske rüstet.

Das passt mir nicht. Ich hantiere schon seit (gruselig erinnerten) Chemieunterrichtzeiten ungern mit gefährlichen Stoffen und möchte mich einfach nicht in einen Mondanzug hüllen müssen um etwas herzustellen, womit ich mir hinterher die Hände waschen will.

Ein Ausweg schien zu sein, Seife nach einem ganz alten Rezept mit Pottasche und Fett herzustellen. Doch soweit ich die dutzenden Artikel im Internet verstanden habe, kann man daraus lediglich eine mehr oder weniger flüssige Schmierseife herstellen. Schon ganz nett, aber meine Vorstellung war ja ein festes Seifenstück, keine Schmiere…

Weil mein Chemiewissen einfach nicht ausreicht und Stunden der Suchmaschinen-Quälerei nichts gebracht haben: kennt jemand von euch eine Variante, feste Seifen herzustellen, ohne Leib und Leben zu riskieren? Oder geht das schlicht nicht und man braucht dazu immer Ätznatron? (In dem Falle würde ich mich  halt an einer Schmierseife versuchen, aber probieren muss ich es einfach 😉 )

Vielleicht gibt es ja unter mienen LeserInnen jemanden, um mich zu erleuchten 🙂

saubere Grüße

die Handmaid

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„Oh wie klötert das, in mein‘ Butterfass..“

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Ein neuer Versuch auf meinem „Alles auf Anfang“-Pfad: Buttern!

Nicht wirklich in einem Butterfass sondern in einer leeren Glasflasche, aber „klötern“ tut’s trotzdem 😉 (Wie sagt man das auf Hochdeutsch? Das ist eine von diesen norddeutschen Vokabeln, die ich von meinen Eltern übernommen habe und für die ich keine Entsprechung finde 😉 )

Das Prinzip ist denkbar einfach: wenn man Sahne lange genug heftig bewegt, trennt sich irgendwann die Butter von der Buttermilch. Das kann in einem Butterfass passieren, mit dem Handrührer, dem Pürierstab oder in meinem Fall durch Schütteln in einer Flasche. Ich wollte es ganz ohne Strom mit reiner Muskelkraft probieren und was soll ich sagen: funktioniert!

Ausgangsmaterial waren zwei Becher Schlagsahne
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In die Flasche schütten, diese gut verschließen (wichtig, sonst schließt sich eine ungewollte Küchenrenovierung an! 😉
Und dan schütteln! Schütteln, schütteln, schütteln. Das dauert eine Weile, setzt euch vor den Fernseher, geht eine rauchen oder so und nehmt die Buddel mit :-D.
Nach den ersten Minuten wird die Sahne langsam fest:
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Nach etwa sieben Minuten (ich hab das mal gestoppt) ist die Sahne dick und belibt schon mal im Flaschenhals, ohne wieder herunterzufließen:
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Jetzt dauert es nicht mehr lange. Weiterschütteln und plötzlich hört mn es platschen! Das geht wirklich von einem Moment auf den anderen. Noch etwas weiterschütteln, bis ihr seht, dass sich die Butter von der Buttermilch trennt:

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Jetzt kann man die Buttermilch abgießen. Ich habe noch ein bisschen weitergeschüttelt, bis kein Buttermilch mehr zum Abgießen da war. Dann kann man die fertige Butter herausschütteln oder -löffeln.

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Laut der Anleitung in John Seymoures „Das große Buch vom Leben auf dem Lande“ sollte man die Butter jetzt noch waschen, um den letzten Rest Buttermilch herauszubekommen. Das macht die Butter haltbarer. Ich habe das ein paar mal versucht, endete aber immer mit einer glibschigen Masse, die noch mehr Feuchtigkeit enthielt als vorher. Irgendwas mache ich da falsch. Wenn mich jemand in den Kommentaren erleuchten möchte: bitte gerne! Statt dessen habe ich nur aus der fertigen Butter mit einem Löffel ein bisschen überschüssige Buttermilch herausgedrückt.

Aber die Butter hat bei mir auch ohne das Waschen im Kühlschrank locker gehalten. Ich kann gar nicht sagen, wie lange, weil sie vorher immer schon aufgeputzt war ^^. War also auch ohne Waschen alles in Butter…jaja, schon gut, ich werfe 5€ in’s Phrasenschwein.

 

(Bitte entschuldigt die schlechten Bilder. Meine Küche geht nach Norden raus und ich konnte mich nicht entscheiden, ob die Kunstlicht- oder die düsteren Tageslichtbilder schlimmer aussahen *augenroll*)

Tour de Fleece 2013: angesponnen und gewaschen

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Update zur TdF!

Ich habe einen ersten Teil meiner mühsam gekrempelten und gewaschenen Gotlandwolle bei einem wundervollen Spinnbrunch bei Be||adonna vom Fiberspace testweise kardiert und gesponnen. Mit freundlicherweise geliehenen Handkarden habe ich Gotland und Schwarzkopf-Flocken gemischt und die Röllchen auf einer Handspindel versponnen und verzwirnt.

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Die Mischung gefällt mir sehr gut! Es gibt einen schönen Grauton und die Wolle ist nicht zuuu kratzig. Beim Probeflauschen in der Runde wurde bezweifelt, ob sich das Garn als Jacke verstrickt nicht doch am Kragen zu rau anfühlen würde, aber ich bin nicht so empfindliche, was raue Wolle angeht und finde das durchaus tragbar.
Eine wirkliche Herausforderung für mich war das dicke Spinnen! Meine letzten Spinnprojekte waren dann doch eher Lace-Garne, so dass ich mich zwischendurch immer wieder daran erinnern musste, dass ich dick spinnen will! ^^

Außerdem habe ich wieder eine Rutsche gekrempelte Wolle gewaschen und diesmal eine kleine Fotostrecke zusammengestellt:

Mit ein wenig Shampoo in warmem Wasser einweichen. Das Wasser noch zweimal wechseln, dann klar ausspülen:
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(Da sieht man gut, was da noch an Dreck raus kommt!)

Handtuch-sushi!
1. ausgedrückte Wolle auf einem Handtuch ausbreiten…
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2. …einrollen…
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3…drauf rumtrampeln!
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Dann locker auzupfen und auf einem mit einem trockenen Handtuch belegten Wäscheständer ausbreiten
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Mangold, Paprika und die schwarze Sarah

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Es gibt neues vom Naschbalkon!

Eine liebe Freundin hat mir einen Setzling einer alten Tomatensorte geschenkt, die „schwarze Sarah“. Laut Google handelt es sich um eine sehr ertragreiche Fleischtomate, die braun-violett reift. Ich bin mal sehr gespannt! Noch ist Sarah aber ein kleines Pflänzchen, die jetzt auf meinem Balkon ein sonniges Plätzchen genießt:

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Außerdem wächst mein ausgesäter Mangold der Sorte „bright lights“ ganz wunderbar. Das ist eine Mischung von bunten Mangold-Pflanzen, deren Blattadern und Stiele gelb, weiß, rot oder violett leuchten. Eine wunderbare Symbiose aus dekoreativ und essbar 🙂 Man kann jetzt schon erkennen, wer mal welche Farbe haben wird 😉

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Nicht selbst gezogen sondern ganz profan gekauft ist diese Spitzpaprika, die schon eine Menge kleiner Früchte trägt. Das hier ist die bisher größte:

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Eine Entschuldigung tut not.

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Niemandem fällt es leicht, zuzugeben, dass er/sie sich nicht korrekt verhalten hat. Mir auch nicht. Aber manchmal ist es nötig.

Vor einiger Zeit hatte ich auf meinem Blog (damals noch der alte, bei twoday) dazu aufgerufen, Gestricktes für die Berliner Kältehilfe zu spenden. Unter allen Einsendungen sollte ein Gewinn verlost werden.
Ich bekam daraufhin von Strickspleen (damals noch „LaSciarpa“) ein riesiges Paket mit selbst gestrickten Socken, Tüchern und Schals und freute mich wie ein Schneekönig.* In einem Blogpost erklärte ich sie zur Gewinnerin und versprach, die Spende so bald wie möglich an ihren Bestimmungsort zu bringen und der Leserin ihren Gewinn zuzuschicken.
Beides ist dann nicht passiert.
Ich kann keine befriedigende Erklärung dafür angeben, warum das nicht geschehen ist, außer meiner eigenen Nachlässigkeit. Wichtig ist mir aber, darauf hinzuweisen, dass ich die Sachen weder für mich selbst behalten noch irgendwelchen Schindluder damit getrieben habe. Sie kamen in einem Karton auf den Schrank und blieben dort liegen.

Was ist also passiert?

Nachdem ich die Spende bekommen hatte und absehbar war, dass keine weiteren Einsendungen kommen würden, kontaktierte ich die Berliner Kältehilfe und bekam die Auskunft, dass im Moment die Lager voll seien und ich mich bitte einige Monate später noch einmal melden möge. Das habe ich schlicht und einfach vergessen. Ich weiß, das ist kein guter Grund und keine zufriedenstellende Erklärung, aber es ist genau das, was passiert ist. Zuerst habe ich es vergessen, es dann immer weiter aufgeschoben und irgendwann war es mir so unangenehm, dass ich immer noch nichts unternommen hatte, dass ich es schon fast bewusst verdrängt habe. Das ist in keiner Weise logisch und es war auch nicht richtig, mich so zu verhalten, aber es ist die Wahrheit.
Das gleiche gilt übrigens auch für den Gewinn: ich wollte den Gewinn erst verschicken, wenn die Spende abgeliefert ist und dann einen schönen runden Blogpost daraus machen. Schließlich würde sich die Gewinnerin ja sonst auch fragen, was denn nun mit den Sachen passiert sei, so meine Gedanken. Also wurde auch das säuberlich irgendwo im Hinterkopf vergraben.

Bis ich eine Nachricht von eben jener Leserin bekam, die mich -verständlicherweise verärgert und verunsichert- aber doch sehr sachlich und freundlich fragte, was denn damals aus der Aktion geworden sei, und warum man nie weider etwas davon gehört oder gelesen habe.
Das schien genau der A**tritt gewesen zu sein, den ich gebraucht hatte.

Der neueste Stand:

Ich bin gestern Vormittag zur Kleiderkammer der Berliner Stadtmission gefahren und habe die gespendeten Sachen dort abgeliefert. Man hat sich sehr darüber gefreut und mir erlaubt, ein Bild von dem riesigen Karton zu machen, nachdem er abgegeben war. Ich will damit keine Beweisführung darüber antreten, dass die Sachen tatsächlich abgegeben wurden (das wäre wohl auch kaum wirklich möglich) sondern hoffe, dass mir trotz dieser blöden Geschichte noch genug Vertrauen geschenkt wird, dass man mir glaubt. Vielleicht erkennt Strickspleen ihren Karton ja wieder 😉

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zu guter Letzt

Es ist mir schwer gefallen, diesen Artikel zu schreiben, aber ich bin froh, die Geschichte damit hoffentlich noch zu einem einigermaßen guten Ende gebracht zu haben. Es ist mir nach wie vor sehr unangenehm, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht wurde, dass ich dann enttäuscht habe. Ich möchte mich dafür in aller Form entschuldigen. Ich habe daraus gelernt, dass meine leidige Eigenschaft, wie ein Strohfeuer für Dinge zu entflammen und dann mich dann schwer damit zu tun, sie zu einem vernünftigen Ende zu bringen insbesondere dann schädlich ist, wenn andere Menschen involviert sind. Dahinter steckt keine böse Absicht, nur eine (vielleicht genauso schlimme) Unzuverlässigkeit. Ich hoffe, dass alle, die ich damit verärgert oder deren Vertrauen ich nicht gewürdigt habe mir verzeihen und schließe mit sehr zerknirschten aber herzlichen Grüßen

eure Handmaid

*außer meiner Mutter hat sich niemand weiteres an der Aktion beteiligt. Mein Blog war damals aber auch noch sehr klein und nicht sehr bekannt.

Neue Kategorie: „Alles auf Anfang“

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Endlich hat es einen Namen: die neue Kategorie bei der Handmaid heißt „Alles auf Anfang“.

Ich mag es, alte Techniken auszugraben und auszuprobieren. Dinge selbst herzustellen, anstatt sie fertig zu kaufen und mich dabei Schritt für Schritt in der Produktion zurück zu arbeiten; bis zum Anfang.
Bestes Beispiel dafür ist wohl das bearbeiten von Textilien: erst habe ich Kleidungsstücke selbst gestrickt, dann die Wolle dazu auch selbst gesponnen, dann auch selbst gefärbt, dann auch vorher kardiert und gewaschen. Ich nähe auch Kleidungsstücke und Accessoires (das Wort musste ich jetzt echt nachschlagen, aus mir wird wohl keine Modebloggerin 😉 ) und habe vor, demnächst auch noch mit dem Weben meiner eigenen Stoffe anzufangen.
Außerdem versuche ich mich am Herstellen, Anbauen oder Sammeln von Lebensmitteln wie z.B.  Brot, Käse oder (Wild-)pflanzen und mische mein eigenes Shampoo zusammen. Und ich denke darüber nach, Seife zu sieden und Mehl selbst zu mahlen.

Aber ich mache das nicht nur, nicht immer und nicht ausschließlich. Ich kaufe auch eine Menge Dinge fix und fertig im Laden und finde das vollkommen in Ordnung. Daher war der Begriff „Selbstversorger“, der einem schnell in den Sinn kommt, nicht so recht passend, wie ich finde. Ich will mich gar nicht komplett selbst versorgen, ich finde es nur spannend, Dinge selbst zu machen und herauszufinden, wie sie entstehen. Ich will quasi an ihren Anfang zurückkehren. Das gibt mir auf der einen Seite eine unheimliche Befriedigung, denn etwas selbst herzustellen ist immer großartig und vermittelt mir zusätzlich großen Respekt vor den Gütern meines Alltags. (Meine erste selbst gemachte Butter war beispielsweise nicht so wirklich lecker. Weggeworfen habe ich sie trotzdem nicht, dazu war sie mir zu schade. War schließlich selbst gemacht! 😉 )

Jetzt freue ich mich auf viele spannende Schritte rückwärts: „Alles auf Anfang, uuuund…Bitte!“ 🙂

gebacken, geerntet, gesammelt

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Gebacken

Ich will nicht sagen, dass das Brotbacken mittlerweile geht wie das sprichwörtliche Brezelbacken, aber meine Brötchen werden immer besser! Hier eine Brötchensonne aus hellen- und Weizenvollkornbrötchen.

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Der Lieblingsmann mag nicht so gerne Vollkorn, ich nicht so gerne helle Brötchen, also gab’s was für beide 🙂 Diesmal sind die hellen richtig klasse geworden, die dunklen sind mir immer noch ein bisschen zu kompakt. Es wird weiter experimentiert.

Geerntet I

Außerdem hielt ich gestern meine erste Karottenernte in der Hand! Bisher hatte ich nur die kleinen Möhrchen vernascht, die ich zum Ausdünnen herausgezogen hatte und ab und zu mal eine größere um zu schauen, wie weit sie denn wohl sind.
Aber nun habe ich die erste große Handvoll mehr oder weniger ausgewachsener Karotten aus dem Balkonkasten gezogen!

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Was mich etwas verwundert hat: ich hatte sowohl im Balkonkasten als auch in einem Blumentopf welche ausgesät. Obwohl der Topf deutlich tiefer ist (also höher, mehr Platz zum Wurzeln) sind die Karotten aus dem flacheren Balkonkasten größer und auch länger geworden. Ich habe in beiden Gefäßen schon nachgesät, bin mal gespannt, ob das so bleibt.

Geerntet II

Ich erwähnte es in meinem Podcast schon: meine Erbsen werden von irgendwelchem Viehzeugs dahingerafft. *schluchz*
Doch bevor sie dieses Schicksal ereilte, beschenkten sie mich noch mit einer Mini-Ernte oberleckerer Markerbsenschoten, deren Verzehr der Lieblingsmann und ich als Nachtisch zu einem Balkonabendessen geradezu zelebriert haben ^^.Das war definitiv nicht mein letzter Versuch mit Erbsen, dafür sind sie einfach zu lecker und mit ihren hübschen weißen Blüten auch zu dekorativ 🙂

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Gesammelt

Bei einem Spaziergang am Wochenende fiel mein Blick auf kräftige dunkle Flecken auf dem Betonweg, den wir Richtung Wald nahmen. Zertretene Beeren, die irgendwie nach Brombeeren aussahen ließen mich stutzen: für Brombeeren ist es jetzt Anfang Juli definitiv noch zu früh. Der Blick nach oben zeigte Äste voller weißlicher, roter und schwarzer Beeren, die tatsächlich entfernte Ähnlichkeit mit Brombeeren hatten, aber länglicher waren und insbesondere im unreifen Zustand deutliche schwarze Punkte auf den einzelnen „Kugeln“ aufwiesen.
Ich hatte noch nie „live“ einen Maulbeerbaum gesehen, aber ich erinnerte mich an Fotos und nahm von den herabgefallenen Blättern und Beeren mit nach Hause und bestimmte sie als tatsächlich Maulbeeren!
Am nächsten Tag zog ich mit einem Körbchen, Handschuhen und alten Klamotten angetan (die färben wie der Teufel) los, um einge davon zu pflücken.
Blöd nur, dass ich vergessen hatte, wie weit mein Blick nach oben hatte wandern müssen um die Beeren zu entdecken. Ich bin mit meinen 1,76 wirklich nicht klein, aber wie ich da, die behandschuten Hände in den Rücken gestützt, den Kopf in den Nacken gelegt dastand wurde mir klar: Baum zu hoch, Handmaid zu kurz.
Zu meinem Glück kamen drei Menschen vorbei, die sich erstaunt zeigten, dass hier ein Maulbeerbaum stünde und dass man die unvertrauten Beeren tatsächlich essen kann. Teamwork brachte dann den Erfolg: ein Rollator wurde zum draufstellen angeboten, ein gelenkigerer Mensch als ich kletterte drauf und rüttelte am Ast und ein weiterer Mensch und ich sammelten die reifen Beeren vom Boden auf.

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Keine wirklich reiche Ausbeute, aber zusammen mit einigen Nachtkerzenblüten (leeeeecker!) bildete das Schälchen Beeren doch einen netten Balkonsnack!
Maulbeeren schmecken wirklich entfernt wie Brombeeren, haben aber weniger Säure und sind etwas fader. Ein paar Meter weiter stand übrigens noch ein Baum mit weißen Maulbeeren, die schmecken jedoch wirklich fade und sind zumindest zum so naschen nicht gerade eine Offenbarung.