Archiv für den Monat April 2014

Bärlauch Abreissbrot

Standard

Zwar ist die Bärlauchsaison bald vorbei, aber es gibt immer noch einige Stellen, wo man das duftende Kraut in großen Mengen sammeln kann. Nach meinem Umzug ins nördliche Neukölln sammle ich mein Wildgemüse jetzt hauptsächlich im Treptower Park und Plänterwald, wo statt des bekannten breitblättrigen Bärlauchs der so genannte „Sonder-“ oder „Wunderlauch“ (botanisch: Allium Paradoxum) wächst.
Dieser hat schmalere Blätter als der Bärlauch, kann aber genauso verwendet werden.

20140417_144116

Mein Abreißbrot, auch „Fächerbrot“ oder ganz neudeutsch „pull-apart-bread“  mit Wunderlauch-Butter kam beim letzten Spinntreffen scheinbar gut an, darum hier auf allgemeinen Wunsch das Rezept:

20140330_190756

Für eine Kastenform:

  • 500g Mehl
  • 325 ml Milch
  • 1/2 TL Salz
  • 20g Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 250 g weiche Butter
  • 100g Bärlauch (oder Wunderlauch)

– zuallererst, wenn ihr es noch nicht getan habt: die Butter aus dem Kühlschrank nehmen (das vergesse ich nämlich immer)
– die Milch erwärmen, bis sie lauwarm ist. Zucker dazu geben und die zerbröckelte Hefe in der Milch auflösen
– Mehl und Salz in eine Schüssel geben
– nach und nach die Hefemilch und 2 EL von der Butter dazugeben und alles miteinander verkneten. Ich mache das so, dass ich eine Kuhle im Mehl forme, die Milch schlückchenweise dazu gebe und mit den Fingern in dieser „Patsche“ in der Mitte rühre, wobei immer mehr Mehl von den Seiten dazufällt. wenn fast alles Mehl verarbeitet ist die Butter mit einkneten.
– Den Teig warm und vor Zugluft geschützt gehen lassen, bis er doppelt so groß ist. Ich wickle meist die Schüssel in ein sauberes Handtuch und stecke sie mit einem warmen Kirschkernkissen unter die Bettdecke. Alter Trick von Schwiegeroma 😉

Während der Teig geht, wenden wir uns der Wunder-/Sonder-/Bärlauchbutter zu:

– Bärlauch waschen, trockenschütteln und fein hacken. Beim Wunderlauch kann man übrigens die Brutzwiebeln, die wie kleine Perlen aussehen, mit verwenden
– gehackten Lauch mit der weichen Butter und einer Prise Salz vermischen (geht am besten mit einer Gabel)

– den Ofen auf 190° vorheizen
– eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Das Papier nicht zu kurz abschneiden, das hilft nachher, das Brot unfallfrei aus der Form zu heben.
– den Hefeteig zu einem großen Rechteck ausrollen (etwa einen halben Zentimeter dick)
– die Butter gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Ich kann das am besten mit den Händen, ist zwar ne ziemliche Sauerei, aber so hab ich das beste Gefühl
– den Teig in Streifen schneiden, die nicht ganz so breit sind wie eure Kastenform
– die Streifen wie eine Zieharmonika falten und hintereinander aufrecht in die Form stellen (die buttrige Seite nach oben)
– etwa 40-45 Minuten backen, bis es oben goldbraun ist.

Am besten schmeckt dieses wirklich fluffige Brot, wenn es noch warm ist!
Prima zum Grillen, auf dem Buffet oder mit einem frischen Wildkräutersalat, zum Beispiel mit Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch, Gänseblümchen und Veilchenblüten!

20140330_192029

Das Rezept für das Brot stammt aus dem wirklich genialen „Wald- und Wiesen-Kochbuch -Köstliches mit Wildkräutern, Beeren und Pilzen“ von Diane Dittmer (Gräfe und Unzer Verlag 2014). Ich habe ein paar kleinere Änderungen vorgenommen. So verwendet die Autorin Dinkelmehl -ich habe Weizen genommen- und ein paar Mengen habe ich meinen Erfahrungswerten angepasst.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht

die Handmaid

7-Sachen-Sonntag

Standard

Ein neuer Sonntag, ein neuer 7-Sachen-Sonntag-Post!

Wie immer poste ich hier Bilder von 7 Sachen, für die ich in der vergangenen Woche meine Hände gebraucht habe. Egal, ob für 7 Sekunden oder 7 Stunden.
Die Idee stammt von Frau Liebe, deren Blog leider offline zu sein scheint. :-/

Ich habe diese Woche:

Eine Strickjacke repariert,

20140421_194558

…Waldmeister aufgehängt,

20140423_123521

…ein neues Nähprojekt angefangen,

20140422_002820

…den Glaskirschen beim Wachsen zugesehen,

20140424_175949

…gewebt,

20140425_223432

 

…Goldnesselblüten gesammelt,

20140425_171006

… und gebacken, gebacken, gebacken!

20140426_153349

 

Was habt ihr diese Woche gemacht? Erzählt mir in den Komentaren davon oder verlinkt gerne euren eigenen 7-Sachen-Sonntag!

Zauberball-Lace verweben oder auch: Ich lerne gerne.

Standard

Ich lerne gerne. Auch aus Fehlern. Aus denen wir man ja bekanntlich klug.
Mein neuester Lernerfolg: Single-Garne aus reiner Wolle eigenen sich nur sehr bedingt zum Weben. Begeistert, wie ich von meinem Tuch aus einem Crazy-Zauberball war (Blogeintrag folgt) wollte ich eine Nummer feiner weben. Passenderweise lag unter einem meiner letztjährigen Weihnachtsbäume (Scheidungskind, ich feiere in Etappen ^^ ) das feinere Webblatt mit 50Fäden/10cm bzw 12Enden/inch.

Diesmal sollte es ein bisschen mehr Muster sein als bei meinem „Very-Berry“ Projekt und so entschied ich mich für zwei Lace-Zauberbälle aus der „LaceBall 100“ Kollektion. Das 100 steht hier für 100% Merinowolle im Gegensatz zu den normalen Lace-Bällen, die einen Poly-Anteil von 25% haben.
Die Kette sollten also Streifen à 24 Enden sein, immer abwechselnd in „Schokotatze“ und „Rosa Träume“. Schuss dann genauso, um ein Karomuster zu erreichen. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander. „Schokotatze“ hat einen braunen Ton-in-Ton-Farbverlauf von dunkel nach hell und zurück, „Rosa Träume“ verbindet den gleichen Schokoton mit einem ziemlich kräftigen Rosa/Pink.
Schären, Aufbäumen und Anweben war auch kein Problem, aber nach einigen Zentimetern wurde mir bewusst, was das Problem mit unverzwirnter reiner Wolle ist: sie fusselt!

20140102_015950

Das Webblatt rubbelte bei jedem Anschlagen über die feinen Singles und schrabbte richtig sichtbar Flöckchen von den Kettfäden. Das hat gleich drei unschöne Folgen:
– Das Gewebe sieht fusselig und weniger glatt aus
– die Kettfäden leiden, werden dünner und reißen irgendwann
– die aufgerauten Kettfäden werden äußerst „anhänglich“ und hängen aneinander, so dass sich kein vernünftiges Fach öffnet.

20140102_020001

Kaum hatte ich das festgestellt, da war ich wegen Gipsarm und Umzug sowieso einige Zeit außer Gefecht gesetzt. Eigentlich passte es mir sogar ganz gut in den Kram, dass das Projekt quasi schon über den Jordan war, denn für den Umzug wollte ich das erste Mal ausprobieren, wie gut es tatsächlich funktioniert, die Harfe samt aufgezogener Kette zusammenzuklappen. So hatte ich eine angefangene Webarbeit, um die ich nicht zu sehr trauern würde, wenn das nicht funktionieren sollte.

Nach dem Umzug blieb sie dann erst mal zusammengeklappt in der Ecke stehen, bis ich sie vor ein paar Tagen wieder hervorgeholt habe. Die Kette hat das Zusammenklappen tatsächlich gut überstanden, aber nun stand ich wieder vor dem alten Problem: was mit der störrischen Fussel-Kette anfangen?
Das bisher gewebte gefiel mir sehr gut und ich wollte das Projekt sehr ungern runter schneiden. Also probierte ich aus, wie es sich weben würde, wenn ich statt dess Webblattes das Webschwert oder etwas anderes zum Anschlagen benutzen würde

Gut funktioniert hat dann ein ganz simpler Kamm. Zwar webt sich das jetzt nicht so flott weg, aber es funktioniert und ich muss das schöne angefangene Tuch nicht verwerfen. Ich gehe jetzt so vor:
– Schussfaden einlegen
– Webblatt oben/unten stellen
– mit dem Kamm Stück für Stück und nur in eine Richtung(!) vom Blatt bis zum Werkstück anschlagen. Das öffnet das Fach und verdichtet den Schuss
– nächster Schuss usw.

20140425_223432

Die Kettfäden sind immer noch etwas fusselig; ganz wird isch das auch nicht vermeiden lassen. Aber ich finde, sie sehen schon besser aus als vorher:

20140427_165233

Und im fertigen Gewebe sieht man das gar nicht mehr:

20140427_165246

Wie gesagt: es  geht zwar etwas mühsam, aber der tolle Farbeffekt und das leichte weiche Gewebe ist es mir wert 🙂 20140427_165304

7-Sachen-Sonntag

Standard

Endlich wieder ein „Sieben-Sachen-Sonntag“!

 

In Anlehnung an die Idee von Frau Liebe gibt es hier jeden Sonntag sieben Bilder von Sachen, für die ich in dieser Woche meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Sekunden oder 5 Stunden ist egal.

Ich habe diese Woche:…

 

…gestrickt,

20140417_232603

…bunt gegessen,
20140419_160800

…Frühlingsgrün gesammelt,
20140417_155438

…einen Erbsen-Kletterpark gebaut,
20140418_174916

…Likör gemacht,
20140418_180658

…von Graógramán dem „bunten Tod“ vorgelesen,
20140419_130026

…und die Hände unter der Heimatdorfeiche im Schoß ruhen lassen.
20140420_102150

Was habt ihr diese Woche gemacht? Erzählt es in den Kommentaren oder verlinkt gerne euren eigenen 7-Sachen-Sonntag!

Die Handmaid wünscht frohe Ostern!

Der Beekeepers-Quilt hat eine eigene Seite!

Standard

Über mein Dauerprojekt, den Beekeepers Quilt hatte ich ja an verschiedener Stelle (unter anderem hier und hier ) schon geschrieben.

Jetzt haben die kleinen bunten Sechsecke ihre eigene Seite bekommen! Oben neben „About“ und „Frisuren“ findet ihr jetzt gesammelt Bilder von meinen Hexis samt aktueller Anzahl und Links zu den dazugehörigen Projekten -so vorhanden und verbloggt-.

blog

Einige habe ich noch nicht fotografieren können oder die entsprechenden Projekte sind noch nicht im Blog, aber die Seite wird immer wieder aktualisiert werden bis das Mammutprojekt irgendwann abgeschlossen sein wird.

Viel Spaß beim Bilderflut-anngucken wünscht die Handmaid

—-die Handarbeitsministerin warnt: Das Stricken von Hexipuffs macht schnell süchtig, fangen Sie am besten heute noch an!—-

Wildes Essen: Möhren-Giersch Risotto mit gebratenen Hopfentrieben

Standard

Neulich war ich mit einer Freundin unterwegs, um essbare Wildpflanzen zu sammeln. Neben dem Bärlauch, der jetzt überall wie wild wuchert und dem leckeren Giersch, den GärtnerInnen wohl eher als verfluchenswertes Unkraut kennen, habe ich mich diesmal auch an etwas Neues gewagt:

In einem Buch mit Wildpflanzen-Rezepten stieß ich auf Rezepte mit den jungen Trieben von Hopfen. Dass man Hopfen grundsätzlich essen kann, hatte ich schon mal gelesen, aber jetzt wollte ich es doch mal ausprobieren. Ich kenne eine Stelle, wo der Hopfen tatsächlich wild wächst und jetzt ist genau die richtige Zeit zum Sammeln.
Die jungen Triebspitzen, die gerade so 30-40cm aus der Erde ragen lassen sich sehr einfach abknipsen und liegen geschmacklich irgendwo zwischen grünem Spargel und grünen Bohnen. Man sollte wirklich nur die obersten ca 20cm ernten, darunter werden die Stiele zu kratzig. Das verliert sich zwar beim Erhitzen, aber die obersten Teile sind deutlich zarter.

Während meine Freundin Zutaten für eine traditionelle 9-Kräuter-Suppe sammelte und zwischendurch immer wieder durchzählte („…warte: Giersch, Bärlauch, Löwenzahn, Vogelmiere,…hab ich noch was vergessen?“ 😉 ) habe ich meine Beute abends in ein Risotto mit Gemüsebeilage verwandelt:

Möhren-Giersch-Risotto mit gebratenen Hopfentrieben

für etwa zwei Portionen:

–  2 Handvoll Risotto-Reis (ich habe ihn nicht abgewogen…aus mir wird einfach keine Foodbloggerin mehr ^^ )
– 2 Handvoll Giersch
– 2 mittelgroße Möhren
– 1 haselnussgroßes Stück Ingwer
– 1-2 Blätter Bärlauch
– zwei Handvoll Hopfentriebe (ca 100g)
– Olivenöl
– Salz

  • Möhren klein würfeln , Giersch hacken, in leicht gesalzenem Wasser kochen bis die Möhren weich sind, aber noch Biss haben.
  • Gemüse abgießen, dabei das Kochwasser auffangen
  • 1/2 Orange auspressen
  • Bärlauch fein hacken und mit dem Ingwer in Olivenöl erwärmen
  • Risottoreis darin anschwitzen, bis er glasig ist
  • mit Gemüse-Kochwasser und Orangensaft aufgießen, bis der Reis gut bedeckt  ist und aufkochen lassen
  • auf kleiner Flamme köcheln lassen, dabei immer wieder Wasser und Orangensaft nachgießen. Am Ende sollte der Reis alle Flüssigkeit aufgesogen haben
  • wenn der Reis gar und sämig ist, das Gemüse dazu geben
  • Hopfenstängel waschen und trockenschütteln
  • Hopfen in Olivenöl anbraten, dann Deckel drauf und auf kleiner Flamme schmurgeln lassen, bis sie weich sind.

1396633764790

Die Handmaid wünscht guten Appetit!

„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge…“

Standard

…so würde ich heute noch ein Pflaumenbäumchen auf den Balkon stellen“ 🙂

 

Etwas (sehr) frei nach Herrn Luther zitiert war das gar nicht so weit weg von der Realität: Kaum war ich mit dem frisch erstandenen Bäumchen auf dem Heimweg vom Gartencenter, als zwar nicht direkt die Welt unterging, aber der heftige Hagelsturm(!), der mir da meine Frühlingslaune ruinierte, kam gefühlsmäßig ziemlich nah dran.
So landeten Baum und ich also ziemlich nass und etwas zerzaust auf dem nagelneuen Balkon:

20140324_144935

Das Bäumchen (es ist eine Zwerpflaume, die wird tatsächlich ein Bäumchen blieben) hat es uns aber nicht übel genommen  und schon wenige Tage später die ersten wunderhübschen Blüten gezeigt.

20140331_144315

Mittlerweile sind die meisten sogar schon wieder abgeblüht, dafür investiert Pflümli jetzt aber vermehrt im Blatt-Business. es wird immer grüner auf dem Balkon!

20140407_165455

Ob und wann Pflümli tatsächlich essbare Pflaumen produzieren wird, bleibt abzuwarten, aber auf jeden Fall ist sie sehr hübsch anzusehen. Und wenn es dann im Spätsommer noch das eine oder andere Pfläumchen zum Naschen dazu gibt: um so besser!