Bärlauch Abreissbrot

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Zwar ist die Bärlauchsaison bald vorbei, aber es gibt immer noch einige Stellen, wo man das duftende Kraut in großen Mengen sammeln kann. Nach meinem Umzug ins nördliche Neukölln sammle ich mein Wildgemüse jetzt hauptsächlich im Treptower Park und Plänterwald, wo statt des bekannten breitblättrigen Bärlauchs der so genannte „Sonder-“ oder „Wunderlauch“ (botanisch: Allium Paradoxum) wächst.
Dieser hat schmalere Blätter als der Bärlauch, kann aber genauso verwendet werden.

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Mein Abreißbrot, auch „Fächerbrot“ oder ganz neudeutsch „pull-apart-bread“  mit Wunderlauch-Butter kam beim letzten Spinntreffen scheinbar gut an, darum hier auf allgemeinen Wunsch das Rezept:

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Für eine Kastenform:

  • 500g Mehl
  • 325 ml Milch
  • 1/2 TL Salz
  • 20g Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 250 g weiche Butter
  • 100g Bärlauch (oder Wunderlauch)

– zuallererst, wenn ihr es noch nicht getan habt: die Butter aus dem Kühlschrank nehmen (das vergesse ich nämlich immer)
– die Milch erwärmen, bis sie lauwarm ist. Zucker dazu geben und die zerbröckelte Hefe in der Milch auflösen
– Mehl und Salz in eine Schüssel geben
– nach und nach die Hefemilch und 2 EL von der Butter dazugeben und alles miteinander verkneten. Ich mache das so, dass ich eine Kuhle im Mehl forme, die Milch schlückchenweise dazu gebe und mit den Fingern in dieser „Patsche“ in der Mitte rühre, wobei immer mehr Mehl von den Seiten dazufällt. wenn fast alles Mehl verarbeitet ist die Butter mit einkneten.
– Den Teig warm und vor Zugluft geschützt gehen lassen, bis er doppelt so groß ist. Ich wickle meist die Schüssel in ein sauberes Handtuch und stecke sie mit einem warmen Kirschkernkissen unter die Bettdecke. Alter Trick von Schwiegeroma 😉

Während der Teig geht, wenden wir uns der Wunder-/Sonder-/Bärlauchbutter zu:

– Bärlauch waschen, trockenschütteln und fein hacken. Beim Wunderlauch kann man übrigens die Brutzwiebeln, die wie kleine Perlen aussehen, mit verwenden
– gehackten Lauch mit der weichen Butter und einer Prise Salz vermischen (geht am besten mit einer Gabel)

– den Ofen auf 190° vorheizen
– eine Kastenform mit Backpapier auslegen. Das Papier nicht zu kurz abschneiden, das hilft nachher, das Brot unfallfrei aus der Form zu heben.
– den Hefeteig zu einem großen Rechteck ausrollen (etwa einen halben Zentimeter dick)
– die Butter gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Ich kann das am besten mit den Händen, ist zwar ne ziemliche Sauerei, aber so hab ich das beste Gefühl
– den Teig in Streifen schneiden, die nicht ganz so breit sind wie eure Kastenform
– die Streifen wie eine Zieharmonika falten und hintereinander aufrecht in die Form stellen (die buttrige Seite nach oben)
– etwa 40-45 Minuten backen, bis es oben goldbraun ist.

Am besten schmeckt dieses wirklich fluffige Brot, wenn es noch warm ist!
Prima zum Grillen, auf dem Buffet oder mit einem frischen Wildkräutersalat, zum Beispiel mit Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch, Gänseblümchen und Veilchenblüten!

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Das Rezept für das Brot stammt aus dem wirklich genialen „Wald- und Wiesen-Kochbuch -Köstliches mit Wildkräutern, Beeren und Pilzen“ von Diane Dittmer (Gräfe und Unzer Verlag 2014). Ich habe ein paar kleinere Änderungen vorgenommen. So verwendet die Autorin Dinkelmehl -ich habe Weizen genommen- und ein paar Mengen habe ich meinen Erfahrungswerten angepasst.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht

die Handmaid

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