Wo alles zusammenkommt: Die Handmaid im Mittelalter

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Es gibt ja so einige Dinge, von denen frau nie genug haben kann. Hobbies gehören für mich definitiv dazu.
Wer die Kategorie „Alles auf Anfang“ schon ein bisschen durchstöbert hat weiß, dass ich fasziniert davon bin, Dinge selbst zu machen, die wir in der heutigen Zeit im Normalfall kaufen. Das können bestimmte Lebensmittel sein, Gebrauchsgegenstände oder Kleidung.

There are some things one can never have enough of.
Hobbies have always been in that category for me.
As you might already have noticed when visiting this blog, I am fascinated by the idea of making things from the scartch that we in western industrialised countries usually buy in a store.
That could mean sewing clothes, baking my own bread or try to make cheese at home.

Meine textilen Hobbies Spinnen, Weben, Stricken, Färben, Nähen etc. widmen sich alle dem einen oder anderen Bearbeitungsschritt, der irgendwann zu einem Kleidungsstück führt. Die Idee, diese Schritte irgendwann einmal zu einem Projekt zusammenzuführen, an dem jeder Schritt selbst gemacht ist, schwelt schon lange in meinem Hinterkopf.
Dazu kommt mein Interesse für das Alltagsleben in vergangenen Zeiten. Schon im (nebenbei gesagt gruselig erinnerten) Geschichtsunterricht in der Schule hat mich nie interessiert, welcher König warum gegen wen Krieg geführt hat oder welche Dynastie wann welchen Landstrich beherrscht hat. Ich wollte wissen: was hatten die Menschen damals an? Was haben sie gegessen? Wie sah ihr Alltag aus? Womit haben ihre Kinder gespielt? Wie sah es in ihren Häusern aus?

In all of my textile hobbies such as spinning, weaving, kintting, dying, sewing, etc. I have explored several steps of making a piece of clothing.
The idea of bringing this steps together and work on a project where every step was made by me has been sitting in the back of my head for some time now.

Plus: I have always been interested in the every day live of people in the past.
I never really liked histor classes and learning which king did fight wich war when or ruled which part of which country… *yawn*
I wanted to know: what did people wear in that times? What did they eat? What was their day like? What did it look like in there houses? What did their children play with?

Fügt man diese beiden Interessen zusammen, so landet man früher oder später beim „Mittelalterhobby“.
Von LARP (Live Action Role Play) über fantasiereiche aber wenig historisch korrekte Kostüme über das Reenactment ( möglichst korrektes Nachstellen einer bestimmten historischen Begebenheit, meist Schlachten o.ä.) bis zur experimentellen Archäologie gibt es jede Menge Varianten, sich in seiner Freizeit mit dem Mittelalter auseinanderzusetzen.

If you add these fields of interest, sooner or later you will end up somewhere on the wide scale of „medieval hobby“.
Having LARP (live Action Role Play) on one end of the scale, moving over re-enactment (meaning to ‚play‘ a certain event of history as accurately as possible) to experimental archeology, there is a lot of different forms for adding some middle ages to your free time 🙂

Nach dem Stöbern auf verschiedenen Seiten und in einschlägigen Foren war für mich schnell klar: Für meine Zwecke kommt nur die so genannte „Living History“ oder „gelebte Geschichte“ in Frage. Hier wird größter Wert auf Authentizität gelegt. Jede Entscheidung -das Material für die Gewandung, Schnitte, Techniken, die Länge eines Gürtels, die Naht eines Schuhs- alles wird nach Möglichkeit mit Funden oder Abbildungen aus der jeweiligen Zeit belegt.
Diese Akkkuratesse kann schon ganz schön pingelig wirken, aber mich hat dieses Hobby in seinen Bann gezogen.
Mit Hilfe der Mitglieder eines Forums habe ich mich für einen Darstellungszeitraum, -ort und -stand entschieden und angefangen, mir eine Gewandung zu nähen.

After browsing websites, internet-forums and so forth, I decided, that my go-to form of medieval hobby would have to be the so called „Living history“.
Folks who practice Living History set a lot of value on authenticity. Every decision -the fabric for your garment, the length of a belt, the seam on a shoe- has to be proven with findings, pictures or texts from the time you are aiming at.
That might seem nitpicking, but I was fascinated.

Das Ziel ist, irgendwann eine Ausstattung zu besitzen, die ich von der Faser bis um Kleidungsstück selbst gemacht habe. Nähern will ich mich diesem Ziel aber kleinschrittig. Ich fange mit gekauften Stoffen aus belegten Materialien an (Leinen und Wolle). Bei im Internet geschossenem Leinen für 8€/m tut es halt nicht so weh, wenn man sich beim Schnitt vertut, als wenn das Garn selbst gesponnen und verwebt wäre ;-).
In den nächsten Schritten arbeite ich mich so weit zurück, wie ich komme. Insbesondere beim Weben muss ich mal schauen, ob ich da mit der Harfe überhaupt fein genug weben kann. Aber wie gesagt: das wird kommen.

The big aim for the future is a garment that is completely made from scratch, starting by the fiber. But I’m going baby-steps here. I start with store-bought fabric made from the right material. Screwing up the sewing with linen I got from ebay for 8€ a meter is just not enywhere near as painful as doing the same screw-up with some linen I spun and wove from the flax 😉

Aber für welche Darstellung habe ich mich jetzt entschieden?

So, what’s it gona be? Time? Location? Social status?

Eine Handwerkerin, Handwerkergattin oder -witwe. Sie arbeitet in der Weberei oder Tuchmacherei und ist somit keine ganz einfach Bäuerin aber auch keine reiche Frau (obwohl das durchaus noch kommen könnte). Sie lebt in der noch recht jungen Doppelstadt Berlin-Cölln zur Zeit der jahrhundertwende vom 13ten zum 14ten Jahrhundert.

Das hat sich seit der Zusammenarbeit mit den Brandenburgundern verändert. Ich bin jetzt eine der Mägde im Gefolge eines lehenlosen Ministerialen im Brandenburg des 13. Jahrhunderts.

The woman I try to recreate is a maidservant working for a knight without a feud (missing some vocabulary here 😉 ) in the 13th century.

Noch ist die Ausstattung überschaubar: nur das Unterkleid ist bisher fertig, aber ich werde euch an meiner wachsenden Garderobe teilhaben lassen! 🙂

The first finished part is my underdress! But there will be more!

es grüßt die mittelalerliche Handmaid

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