Archiv der Kategorie: Unterwegs

Hochmittelaltertreffen Jerichow 2017

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Bald ist es wieder so weit: das Hochmittelaltertreffen in Jerichow (Sachsen Anhalt) findet vom 4. – 13. August 2017 statt.

Für mich das erste große Lager mit Baby, ich bin gespannt! 🙂

Das Prämonstratenserkloster Jerichow ist ein wunderschönes Backsteingebäude aus dem 13. Jahrhundert und mit seiner riesigen Wiese und den benutzbaren wunderschönen Räumen, dem Klostergarten und Kreuzgang eine geniale Kulisse für ein Treffen hochwertiger HoMi-Darsteller.

Hier findet man alle Infos zu Programm, Anmeldung, etc.: http://www.Hochmittelaltertreffen.de .
Neben Lagerleben und viel Austausch mit Gruppen aus ganz Deutschland wird es wieder Vorträge geben und die Möglichkeit zu GeWanderungen, Kampfübungen, Fotoshootings vor wundervoller Kulisse und der Möglichkeit, spontane Kurse und Workshops zu organisieren.

Und hier ein paar Fotos vom letzten Jahr zum Anfüttern ;-). Es war soooo schön!

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Stillkleidung – nursing dress

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La Régime du Corps, Frankreich ca 1285

Wie ihr vielleicht bei Facebook schon mitbekommen habt, gibt es eine große Neuerung in meinem Leben:

Seit Januar bin ich Mutter eines wunderbaren kleinen Sohnes!
Das stellt nicht nur meinen Alltag und mein „ziviles“ Leben ordentlich auf den Kopf, sondern ich muss mir auch für das Hobby ein paar neue Lösungen einfallen lassen.
Neben Babykleidung und einer Idee zum Tragen (dazu später mehr) war eine der größeren Herausforderungen, meine Gewandung so zu ändern, dass ich den Babyboy stillen kann.

You maybe already heard the good news on facebook or elsewhere: in January I gave birth to a wonderful little boy! That does not only change all of my „civil“ life but I also had to come up with some solutions for the Living History hobby as well. I needed babyclothes and a solution for babywearing and I had to alter my garb so I could breastfeed Babyboy.

Bei der Recherche war ich überrascht, dass es tatsächlich einige Abbildungen von stillenden Frauen gibt. Besonders häufig als Motiv ist die „Maria lactans“, also die Jungfrau Maria, die den kleinen (und manchmal gar nicht mehr sooo kleinen) Jesus stillt.
Außerdem habe ich die eingangs stehende Abbildung gefunden, die wohl zeigt, wie eine adlige Dame die Brust einer Amme prüft.
Viele dieser Abbildungen sehen aus, als hätte die Cotte auf Höhe der Brust senkrechte Schlitze. Ich halte es da aber mit Gabriele Klostermann, die in ihrem Blogartikel zur Stillkleidung schreibt

„Hier ist meine Überlegung, dass es wenig Sinn macht, mitten in eine Stoffbahn zu schneiden.“
http://www.tempora-nostra.de/mode_gewandformen_2_sonstiges.shtml

During research I was surprised to find quite a number of pictures from the middle ages that showed breastfeeding women. A very common motiv is the „Maria Lactans“, the virgin Mary nursing infant Jesus. I also came across the picture on the top of this page showing a noblewoman examining the breast of a potential wetnurse.
A lot of these illuminations seem to show vertical cuts in the dress but I agree with Gabriele Klostermann who writes in an article on nursing clothes:
„To my opinion it makes little sense to cut right into a piece of fabric“
(translation by me)

Recht hat sie und weist direkt danach auf eine Möglichkeit hin, die ich für mich auch schon ins Auge gefasst hatte: das Unterkleid tief zu schlitzen und die ohnehin vorhandenen Ausschnitte der Schlupfärmel zu nutzen.
Tatsächlich gibt es für beides bildliche Belege, die Gabriele auch schon gesammelt hat*:

She has a very good point there and offers a much more practical solution: Open the front of the underdress and use the armholes of a dress with slip-out sleeves.
You can find proof for both alterations. Gabriele collected the following pictures (I copied both pictures and describition from her page)

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geschlitztes Unterkleid, Psalter, Österreich, cod. 1889; fol. 179v; 1295-1300

 

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Notre-Dame, Paris Südquerschiffportal Mitte 13.Jhd

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Elisabeth spendet Almosen, Marburg, um 1250

Den Halsschlitz von meinem Unterkleid hatte ich sowieso schon einmal weiter aufgeschnitten, weil ich im Winter hochschwanger bei einer Veranstaltung war und mit meinen neuen Dimensionen nicht mehr hineingepasst hatte 😉

Diesen Schlitz bis etwa Bauchnabelhöhe habe ich also einfach versäubert.
Einen Verschluss habe ich nicht angebracht, das wäre mir zu viel Gefummel und das relativ feste Leinen bleibt auch so ganz gut am Platz

I had to open my underdress anyway because I was attanding an event last winter while being 9 month pregnant and couldn’t fit into it 😉

So I just neatened this slit. I did not add any fastener,  because I didn’t want to fiddle araund with to many buttons, strings or the like

Halsausschnitt am Unterkleid vorher und nachher.
Underdress neck-opening before and after

 

Die Ärmellöcher an den Schlupfärmeln sind zwar schon recht groß, aber zum Stillen reicht es noch nicht ganz. Darum habe ich die Naht zwischen Vorderteil und Gehre bis zur Taille aufgetrennt. Da die Nahtzugaben zu beiden Seiten der Naht umgefaltet und versäubert sind, konnte ich einfach die Naht auftrennen, ohne hinterher versäubern zu müssen.
Knapp unter dem Ärmel habe ich zwei geflochtene Schnüre aus Wollgarn befestigt, um den großen Schlitz etwas verschließen zu können.

The armholes are quite roomy as they are, but not big enough for nursing. So I unstiched a part of the seam between the front panel and the gore down to the waist. Since I had neatened thes seam by folding it to both sides, I could just undo the seam without having to neaten it again.
Under the arms I added some braided woolen thread to close the rather big slit.

Zum Stillen kann ich jetzt das Unterkleid nach links und die Cotte nach rechts verschieben (oder eben umgekehrt) und fertig 🙂
For nursing I can now move one layer to the right and the other to the left and voila: done 🙂

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Angezogen sieht man davon kaum etwas und das Kleid fällt und wirkt wie man es von Schlupfärmelkleidern kennt:
When closed you hardly see the openings and the dress looks just like any ordinary slip-sleeve dress.

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Die Premiere hatte diese Kombination dieses Wochenende beim Winteraustreiben im Museumsdorf Düppel, wo Babyboy und ich sehr idyllisch im Frühlingssonnenschein auf einer Bank gestillt haben 🙂
Funktioniert wunderbar!
This alterations had their debut this weekend at Düppel open-air museum where Babyboy and I nursed in the wonderful spring sun on a bench under a tree. 🙂
Works like a charm!

*Bilder so wie Bildbeschreibungen habe ich aus dem verlinkten Blogartikel kopiert

 

 

Hochmittelaltertreffen 2016 in Jerichow

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*BING* Es folgt ein kleiner Werbeblock! *BING*

Gemeinsam mit einigen anderen Mitgliedern der Brandenburgunder organisiere ich dieses jahr zum ersten Mal das Hochmittelaltertreffen in Jerichow (Sachsen-Anhalt)

Das Treffen findet vom 05.08. bis 14.08.2016 auf dem Gelände des Prämonstratenserklosters Jerichows im Bundesland Sachsen-Anhalt statt.

Unsere Idee ist ein Hochmittelalter-Treffen, bei dem neben dem ausgiebigen Lagerleben mit verschiedenen Gruppen und dem freundschaftlichen Wissensaustausch auch professionelle Workshops, Kurse und wissenschaftliche Vorträge angeboten werden.

Die räumliche Situation des Geländes ist für diesen Zweck und für unsere Lagerkriterien optimal:

– Die Lagerwiese für die Zelte ist eben, mehr als 5000qm groß und von der originalen Klostermauer umgeben.

– Direkt angrenzend an der Lagerwiese findet sich der historische Klostergarten mit Hochbeeten, in dem sich ausschließlich Kräuter und Pflanzen aus der Zeit vor 1500 befinden.

– Die Kurse und Vorträge finden in den Klausurgebäuden und –räumen aus dem Bauzeitalter 1200–1400 statt (Kreuzrippengewölbe mit Säulen im ehemaligen Dormitorium, Refektorium usw.).

– In den Klausurräumen ist auch mindestens eine gemeinsame Mahlzeit geplant, bei der wir die Räume mit unseren Möbeln, Keramiken und weiteren zeitgemäßen Alltagsgegenständen füllen können.

– Für Momente der Stille oder des Gebets – auch zu den Vigilien oder der Matutin -, steht uns die große Klosterkirche mit Chor und Kapelle jederzeit zur Verfügung.

– Für Musik, Vorträge und ähnliche Aktivitäten kann auch der Innenhof des Kreuzgangs oder der Malzkeller genutzt werden.

– Wasser, Feuerholz, Toiletten, Ferienwohnungen, Parkplätze und Strom finden sich unmittelbar am Lagergelände.

Das Programm im Überblick

6. und 7.8.2016: Workshop: „Historische Brettchengewebe für Anfänger und Fortgeschrittene“ mit Sylvia Crumbach
6.8.2016: Vortrag „Kleidung der Westslawen zwischen 1000 und 1300 a.d.“ von Sylvia Crumbach
8.8. 2016 Vortrag: „Fotografieren, Zitieren und Veröffentlichen – Zum Umgang mit Bildern, Grafiken und Texten“ von Benny-Kim Wendler
8.8.2016: Gemeinsame große Tafel im Refektorium (18:00 Uhr)
9.8. 2016: Vortrag „Die Geschichte der Askanier im Hochmittelalter“ mit Professor Lutz Partenheimer
9. bis 11.8.2016: Workshop „Wendeschuhbau“ mit Meister Knieriem
12.8.2016: Workshop „Handspinnen“ mit Shermin Arif

Ohne festes Datum/wird flexibel vor Ort organisiert:

Kampfspiele/Trainings
– Trainingsmarsch in Rüstung
– Gewandungswanderung

Für alle aktuellen Informationen, lohnende Ausflugsziele rund um das Kloster und einen Blick in die Gesichter des Orga-Teams, besucht uns unter

www.hochmittelaltertreffen.de

oder auf unserer Facebookseite

www.facebook.com/Hochmittelaltertreffen

Wir haben zwar schon einige Anmeldungen von tollen Gruppen und Personen, aber wir haben auch immer noch Platz! Wer also Lust hat auf ein hochwertiges Treffen in wundervoller Kulisse, der melde sich gerne noch spontan unter anmeldung(at)hochmittelaltertreffen(dot)de !

 

Saisoneröffnung: Ostern im Museumsdorf Düppel

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Noch nicht das erste Lager, aber die erste Veranstaltung für dieses Jahr!
von Karfreitag bis Ostermontag haben wir Brandenburgunder zusammen mit den Mitgliedern des Museumsdorf Düppel den Winter ausgetrieben!

Das Wetter hatte sich den Feiertagen angepasst und von Dauerregen und aufgeweichten Wegen am Karfreitag bis zu strahlendem Sonnenschein am Ostersonntag und -montag war alles dabei.

Wir zogen mit Sackpfeifengedudel und Trommelgrdröhn durchs Dorf, um den Winter auszutreiben, halfen beim Verkaufen von Stockbrot und Bratwürsten und zeigten Handspinnen und Nadelbinden.

Und ich habe endlich mal eine längere Weile am Stück mit der historischen Fußspindel gesponnen, so dass ich zwischendurch auch noch haspeln durfte.

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Als ich spontan einigen Besuchern etwas über Textilverarbeitung und Kleidung im hohen Mittelalter erzählte, liefen irgendwie immer mehr Menschen dazu und plötzlich war’s ein Vortrag ^^
Der war so erfolgreich, dass ich ihn in den folgenden Tagen gleich noch ein paar Mal hielt. Wer mich kennt weiß: wenn ich sonst nix kann, aber quatschen kann ich 😉 Das hat großen Spaß gemacht 🙂

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Das war -wie immer in Düppel- ein toller Auftakt, jetzt freue ich mich auf die kommende Saison!

Ergiebige Zugfahrt: Nadelrolle

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Auf den Burgmannentagen in Vechta habe ich mir zwei Messing-Nähnadeln gegönnt und auch schon fleißig ausprobiert.
Meine Schleier-/Gebende-/Stecknadeln habe ich bisher in dieses Stück Leder gesteckt, dass mir auf meinem allerersten Lager geschenkt wurde 🙂

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Aber für die filigranen Nähnadeln war da kein Platz. Also musste etwas anderes her.
Beruflich war ich diese Woche viel unterwegs und so entstand auf der Strecke Berlin–>Karlsruhe–>Frankfurt Main–> Berlin eine Nadelrolle aus Wolle und grobem Leinen, bestickt mit einem Rosenmuster, angelehnt an die typischen Rosenranken des Codex Manesse.

Material:
Wollstoff, mit Birke gelb gefärbt (ein Reststück meiner Strümpfe)
ungefärbtes grobes Leinen
Wollgarn (pflanzengefärbt) in rot und grün

Ausgangslage bei Abfahrt in Berlin:

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Nach 5,5h bei Ankunft in Karlsruhe:

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Drei Tage später dann die Rückfahrt:
Stand Karlsruhe — Frankfurt (1h):

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…und schlussendlich kurz vor Berlin: fertig!

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Jetzt fehlen nur noch ganz ganz viele Nadeln, um das Schmuckstück zu füllen! 🙂

Burgmannentage Vechta 2015

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Letztes Wochenende war eine Premiere für mich:
Das erste Mal bin ich ganz ohne die anderen Brandenburgunder „ins Mittelalter“ gefahren.
Leider konnte niemand von den anderen mitkommen zu den Burgmannentagen im norddeutschen Vechta. Trotzdem musste ich nicht ganz alleine bleiben, sondern fand Anschluss und Obdach bei den tollen Menschen vom Vuozvolc, die ich schon von anderen Veranstaltungen kenne.

Blick auf die Burginsel mit der Motte. Unser Lager war links davon!

Blick auf die Burginsel mit der Motte. Unser Lager war links davon!

Angegliedert an deren Färberinnenlager habe ich ein wirklich schönes Wochenende genossen.
Ich habe viele tolle neue Leute kennengelernt, mein Wissen über Färbepflanzen erweitert und für die Modenschau sogar die Röcke gerafft 😉

Das Lager der Färberinnen. Steffi und ihre Mama waren nicht nur eine Bereicherung mit ihrem Stand sondern auch ganz tolle Nachbarinnen! :-)

Das Lager der Färberinnen. Steffi (hier in blau) und ihre Mama waren nicht nur eine Bereicherung mit ihrem Stand sondern auch ganz tolle Nachbarinnen! 🙂

Sagt nix! Ich wollte bei der Modenschau mitmachen, aber der Saum an meinem Unterkleid zipfelte! Da zieh ich mich doch nicht komplett für um! ;-)

Sagt nix! Ich wollte bei der Modenschau mitmachen, aber der Saum an meinem Unterkleid zipfelte! Da zieh ich mich doch nicht komplett für um! 😉

Modenschau mit Vertretern verschiedener Stände.  Foto: BKW, www.ig-mitima.de

Modenschau mit Vertretern verschiedener Stände.
Foto: BKW, www.ig-mitima.de

Außerdem habe ich Handel getrieben wie nichts gutes: Vom anwesenden Nadelmacher habe ich meine ersten authentischen Nähnadeln aus Messing erstanden, mit einer anderen Darstellerin habe ich einen Tausch bezüglich eines Haarnetzes quasi eingetütet. Und ein Stück Wollstoff, der vor Ort mit Birkenblättern leuchtend gelb gefärbt wurde, ging prompt in meinen Besitz über und wurde noch vor Ort zu einem flauschig warmen Rechteckmantel.

Mein neuer Rechteckmantel! Ist er nicht schön? ^^

Mein neuer Rechteckmantel! Ist er nicht schön? ^^

Flauschig warm war es leider nicht die ganze Zeit.
Tagsüber hatten wir zwar strahlend blauen Himmel und echtes Sonntagswetter, aber Himmelherrgottnochmal war das nachts im Zelt kalt *brrrrrr*
Da ich mit der Bahn angereist war, hatte ich nicht meine zwei Säcke Felle und Decken für ein Bodenlager mit, sondern habe es mir auf einem geliehenen Feldbett gemütlich gemacht.
Aber auch die Schichtung Feldbett, Isomatte, Wolldecke, Schaffelle, Wollschlafsack (zwei Wolldecken an drei Seiten zusammengenäht), warm angezogene Handmaid, Wolldecke, Einziehdecke, noch ne Wolldecke konnte nicht verhindern, dass ich am ersten Morgen gefühlt mit Eiszapfen an der Nase aufwachte. In der zweiten Nacht half da mein Wollschleier: das ist zwar dünnes Musselin, aber um Kopf und Hals geschlungen hielt der effektiv die Wärme und es war viel angenehmer zu schlafen.

Aber dick eingepackt in zwei Kleider und den nagelneuen Mantel und von innen mit Frühstücksbrei und Kaffee gewärmt konnte man dann gut in einen tollen Tag starten. Es waren viele sehr interessierte Besucher da, aber trotzdem hatten wir zwischendurch noch Zeit, selbst mal über den Markt zu schlendern.

Leuchtende Farben am Stand von Ovicula (http://ovicula.jimdo.com)

Leuchtende Farben am Stand von Ovicula.

Färberinnenlager von oben!

Färberinnenlager von oben!

Danke an alle, die die Burgmannentage organisiert und sie durch ihre Anwesenheit so gelungen gestaltet haben! Es hat riesigen Spaß gemacht und nächstes Jahr bringe ich den Rest der Vuozvolc- „Hauptstadtrepräsentanz“ mit, versprochen!

Foto: BKW, www.ig-mitima.de

Foto: BKW, www.ig-mitima.de

Mit (Ruck-)sack und Pack

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Nächstes Wochenende bin ich das erste Mal ohne den Rest der Brandenburgunder auf einer Mittelalterveranstaltung.
Am Freitag geht es zu den Burgmannentagen in Vechta.

Ohne Auto muss ich mein Equipment so verpacken, dass ich es im Zug transportieren kann. Ich komme bei einer Bekannten im Zelt unter und bekomme auch ein Feldbett geliehen. ich brauche also nicht meine ganze Bettstatt mitnehmen. (Ich schlafe normalerweise auf dem Boden und mein „Bett“ sind zwei Militärseesäcke voll Decken und Felle).
Also brauche ich nur meine persönliche Ausstattung und ein paar Decken, um es mir auf dem Feldbett weich und warm zu machen.

Normalerweise leihe ich mir den Wanderrucksack vom Lieblingsmenschen, aber der ist in letzter Zeit selbst viel unterwegs und so musste mal ein eigener her!
Nach einger Beratung wurde es der Deuter Aircontact SL 60+10.
Das Probe-packen habe ich zum Anlass genommen, mal zu zeigen, was ich für 3 Tage Mittelalter so mitnehme.
Was hier neben Zelt und Feldbett noch fehlt, sind Sachen, die ich in der Gruppe mitbenutzen werde wie Kochgeschirr, Sitzgelegenheiten und so was.

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Gewandung und persönliche Ausstattung:

  • Kleider: 1 Sommer-Arbeitskleid (hellbraun), 1 Sommer-Sonntagskleid (blau), 1 warmes Arbeitskleid (dunkelgrün)
  • Unterwäsche: Unterkleid, Bruche
  • Strümpfe, Strumpfbänder
  • Kopfbedeckungen: Schleier, Kopftücher, Haube, Strohhut
  • Cappa
  • 2 graue Wolldecken (eine gekauft, eine handgewebt)
  • Schuhe, Holzschuhe
  • Pilgertasche
  • Essgeschirr: Teller, Daubenschälchen, Tonbecher, Löffel, Messer, Handtuch/Serviette
  • LED-Kerzen. Neumodischer Schnickschnack, aber unschlagbar praktisch im dunklen Zelt
  • Handarbeitsdöschen: Nadeln, Spinnwirtel, Schere, Steck-/Gebendenadeln, Spindel
  • Gürtel, Gürtelbeutel
  • nicht im Bild: die jeweils aktuelle Handarbeit. Hatte ich hier noch nicht zusammengesucht.

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Moderne Ausrüstung

  • Schlafklamotten: Yogahose mit Steg: rutscht nicht hoch, Shirt, Fleece-Pulli, Wollsocken. Im Hochsommer schlafe ich im Leinenhemd, aber Ende September kanns schon fies kalt werden
  • Zivile Klamotte für den Abreisetag
  • nicht im Bild: moderne Schlüpper 😉
  • dünne Einziehdecke und kleines Kissen
  • Handtuch, Waschtasche, Feuchttücher (Allzweck-Reinigungs-Waffe), Bürste, kleine Reiseapotheke
  • Kopflampe. Unbezahlbar bei nächtlichen Klogängen oder auf der Suche nach etwas im dunklen Zelt
  • Externer Akku fürs Handy, inkl. Kabel und Ladestecker
  • Portemonnaie

Und man glaubt es kaum: alles passt in einen großen Koffer und den nagelneuen Rucksack! 🙂
Im Koffer sind die Decken, Cappa, das Kissen und ein Kleid. Der ganze Rest hat in den Rucksack gepasst. Und da ist noch Platz drin!

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Vechta, ich komme! 🙂