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Tour de Fleece 2015: Garn für eine Decke – Ausgangslage!

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Heute hat sie offiziell begonnen, die Tour de Fleece!
Ich habe ja mit meinem Projekt schon etwas vorgearbeitet und bin sogar viel besser vorangekommen als ich dachte!
Nach der Begutachtung meiner Sampler habe ich mich für das Weben für folgendes entschieden:

– 15 Enden pro 10 Zentimeter. Das heiß, beim 30/10er Kamm nur jedes zweite Loch und jeden zweiten Schlitz zu nutzen.
– Schuss wie Kette. Beides aus einfach verzwirntem reinen Corridale mit einer Lauflänge von uuuungefähr 100m/100g.
Das schon gesponnene Garn mit den eingesponnenen Bergschaflocken verwende ich für einen breiten Streifen jeweils am Anfang und am Ende
– ich werde mich nicht noch ins Doppelweben einfuchsen sondern zwei gleiche Decken weben und diese hinterher zu doppelter Breite zusammennähen.
Weil das Garn sehr dick und fluffig ist werde ich zwei getrennte Ketten aufziehen. 5 Meter Kette (inklusive Einsprung etc.) in der Materialstärke war mir einfach zu viel.

Die Entscheidung, 15/10 zu fädeln brachte es mit sich, dass ich nur die Hälfte an Kettfäden brauchte. Die Entscheidung, zwei getrennte Ketten aufzuziehen führte dazu, dass diese Kettfäden auch nur halb so lang sein mussten.

Effekt: ich hatte viel früher als gedacht genug Garn für die erste Kette gesponnen!

Also Fernseher an und 2-3 Voyager-Folgen lang Kette aufgezogen. Da ich simple Leinwandbindung und nur eine Farbe verwende, habe ich mich für das „Direct Warping“ entschieden.

Das ging relativ fix und schon konnte ich losweben!

Für den Anfang 8 Reihen mit dem reinen Corridale, dann 20 Reihen mit dem „Lockengarn“
Danach stumpf in Leinwandbindung mit dem Corridale-Garn weiter…


Die Harfe an ihrem üblichen „Parkplatz“ inklusive Blick auf meinen streckenweise fragwürdigen Büchergeschmack *räusper* 😉

Ich habe nicht gestoppt, wie lange ich tatsächlich dran gesessen habe, aber nach 3 Tagen Weben war die erste Hälfte schon fertig! O.O

Bierflasche dient dem Größenvergleich 😉

Die Maße direkt nach dem Abnehmen:
– genau 1,90m lang
67cm breit
– genau 600g schwer

Da das nur die eine Hälfte ist, habe ich die Decke noch nicht weiter behandelt, also weder gewaschen noch die Fransen getrimmt. Das mache ich erst, wenn beide Halften zusammengenäht sind, damit sie nicht z.Bsp. unterschiedlich einlaufen.

Jetzt geht es an die zweite Hälfte, ich hoffe, die ist genauso easy 🙂

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Reenactment meets Tour de Fleece: Garn für eine Decke

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Auch dieses Jahr findet in den unendlichen Weiten des Internet (und auch außerhalb davon) die alljährliche Tour de Fleece statt.

Parallel zur Tour de France treten auch wir SpinnerInnen in verschiedenen Teams ins Rad und machen den einen oder anderen Kilometer gut. 🙂

Beginn ist dieses Jahr am 4.7. und das ganze läuft bis zum 26.7. Ziel ist es, möglichst jeden Tag zu spinnen und die Ergebnisse dann mit den anderen Gruppenmitgliedern zu teilen.
Ich starte auch dieses Jahr wieder für das Team „Berlin Spinnt“


Dieses Jahr passt das besonders gut, weil ich ein neues Großprojekt angefangen habe, dessen Vollendung ich mit dieser Intensivspinnzeit bestimmt ein gutes Stück näher kommen kann.

Das Projekt!

Für mein Mittelalter-Reenactment möchte ich für’s Schlaflager eine Decke weben. Und damit es nicht zu einfach wird, werde ich das Garn vorher selber spinnen. Der Plan ist, die Breite meiner 80cm Harfe voll auszunutzen und nachher zwei Webbreiten anneinander zu nähen.

Das Material!

Ich habe Kammzüge aus ungefärbtem silbergrauen Corridale bestellt.
Eine Traumfaser! Ganz glatt, weich, als Kammzug fast kühl im Griff und lässt sich traumhaft ausspinnen.
Ursprünglich war der Plan, die Kette aus zweifädig verzwirntem Corridale zu machen und für den Schuss Bergschaflocken in ein einfädiges Corridale-Garn einzuspinnen. Meine Vorstellung war, dass das besonders flauschig und durch das zusätzliche Volumen wärmeisolierender sein würde.
Der Probelappen zeigt mir aber, dass mir das optisch nicht gefällt. Sieht etwas zu sehr nach Flickenteppich aus.
Ich werde also wohl Kette und Schuss aus reinem Corridale machen. Vielleicht nutze ich das Fluffy-Garn, das ich bisher schon gesponnen habe, für einen Streifen am Rand oder so.

Das Werkzeug!

Ich werde zum größten Teil auf dem Rad spinnen. Dieses Projekt geht ja eher in Richtung Masse satt Klasse. Da kann mein Louet S10 mal seinem Ruf als Arbeitstier gerecht werden! (Irgendwer aus meiner Spinngruppe bezeichnete dieses Modell mal liebevoll als „Trecker“…)
Für unterwegs nehme ich auch meine hübsche neue Kopfspindel, getöpfert von Shermin vom Fiberspace mit und auf Mittelalterveranstaltungen die historisch korrekte Fußspindel, aber das Gros wird ins Rad getreten.

  

Gewebt wird dann nachher auf der Kromski-Harfe mit nem 30/10er-Blatt, dass ich aber wahrscheinlich nur auf 15/10 aufbäumen werde. (Also nur jeden zweiten Schlitz und jedes zweite Loch) sonst wird das keine Decke sondern ein Teppich 😉

Die Anfänge!

Die ersten paar Meter Garn sind gesponnen und ich habe auch schon zwei kleine Sampler gewebt, um mal mit Material und Dichte zu spielen.

Garn: Reines Corridale (zweifach verzwirnt) und Corridale (Dochtgarn) mit eingesponnenen Bergschaf-Locken

Sampler: die beiden sind „baugleich“.
1: 30 Enden /10cm, Schuss Bergschaflockengarn
2: 15 Enden/10cm, Schuss Bergschaflocken
3: 30 Enden/10cm Schuss wie Kette
4: 15 Enden/10cm Schuss wie Kette

Ich denke mal, Nummer vier wird es werden. Vielleicht noch mit ner etwas heißeren Runde in der Waschmaschine etwas angefilzt, so dass das Gewebe etwas dichter wird.