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Tour de Fleece 2013: angesponnen und gewaschen

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Update zur TdF!

Ich habe einen ersten Teil meiner mühsam gekrempelten und gewaschenen Gotlandwolle bei einem wundervollen Spinnbrunch bei Be||adonna vom Fiberspace testweise kardiert und gesponnen. Mit freundlicherweise geliehenen Handkarden habe ich Gotland und Schwarzkopf-Flocken gemischt und die Röllchen auf einer Handspindel versponnen und verzwirnt.

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Die Mischung gefällt mir sehr gut! Es gibt einen schönen Grauton und die Wolle ist nicht zuuu kratzig. Beim Probeflauschen in der Runde wurde bezweifelt, ob sich das Garn als Jacke verstrickt nicht doch am Kragen zu rau anfühlen würde, aber ich bin nicht so empfindliche, was raue Wolle angeht und finde das durchaus tragbar.
Eine wirkliche Herausforderung für mich war das dicke Spinnen! Meine letzten Spinnprojekte waren dann doch eher Lace-Garne, so dass ich mich zwischendurch immer wieder daran erinnern musste, dass ich dick spinnen will! ^^

Außerdem habe ich wieder eine Rutsche gekrempelte Wolle gewaschen und diesmal eine kleine Fotostrecke zusammengestellt:

Mit ein wenig Shampoo in warmem Wasser einweichen. Das Wasser noch zweimal wechseln, dann klar ausspülen:
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(Da sieht man gut, was da noch an Dreck raus kommt!)

Handtuch-sushi!
1. ausgedrückte Wolle auf einem Handtuch ausbreiten…
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2. …einrollen…
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3…drauf rumtrampeln!
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Dann locker auzupfen und auf einem mit einem trockenen Handtuch belegten Wäscheständer ausbreiten
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Tour de Fleece 2013

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Mein erstes Mal Tour de Fleece!

Beim letzten Spinntreffen bei der unvergleichlichen Be||aDonna vom Fiberspace bin ich wieder mit dem Wollvirus infiziert worden und habe mich zur Tour de Fleece im Team „Berlin Spinnt!“ angemeldet. Parallel zur Tour de France treten dort SpinnerInnen mit- und gegeneinander ins Rad (in dem Fall dann halt ins Spinnrad). Da werden (kilo)meter geponnenes Garn gemessen, es gibt Etappensiege, virtuelle Anfeuerungsrufe und fast immer auch was zu gewinnen. Nur gedopt wird nicht;-)

Mein Projekt ist allerdings sehr nah am Namen: es geht nicht nur um Fasern sondern quasi um ein ganzen Vlies: mein Kilo Gotlandschaf-Wolle vom Großprojekt „vom Schaf zur Jacke“.

Die Etappen:

  • krempeln und waschen
  • kardieren
  • spinnen
  • zwirnen
  • stricken

Ich rechne keineswegs damit, das alles in den nächsten paar Wochen während der TdF zu schaffen, aber wenigstens ein Anfang wäre gemacht.

Und hier die Ergebnisse der ersten beiden Tage:

TdF2013

knapp 100g gekrempelt, gewaschen und getrocknet. (Links). Rechts unten: vor dem Krempeln, rechts oben: vorher- nacher Verlgeich.

Zum Krempeln habe ich mich auf den Balkon gesetzt, den Sack mit der Wolle auf der einen, eine Tasche für die fertigen Locken auf der anderen Seite und habe mir einen alten Bettbezug über Schoß und Oberkörper gebreitet. Denn das ist wirklich eine Sauerei und verteilte kurze Stichelhaare sind besonders unschön, wenn sie zwischen Kleidung und Handmaid geraten *kratzkratz*.
Solcherart vorbereitet noch schnell ein Hörbuch auf die Ohren und los ging das Zupfen: die Locken habe ich einzeln auseinander gerupft, dabei gröbere VM rausgesammelt und Sand und ähnliches ausgeschüttelt. Das meiste viel aber beim immer-wieder-Auseinanderzupfen auf den wohlweislich ausgebreiteten Bettbezug.
So sahen meine Beine aus, bevor ich auf diese clevere Idee gekommen bin *ärks*:

Das Waschen schließe ich gleich portionsweise an das Krempeln an. Sobald die Tasche voll ist (das sind nur etwa 50g, will ja die gefluffte Wolle nicht so drücken) wird die Wolle in einer Schüssel mit gut warmem Wasser und etwas Shampoo eingeweicht. Das Wasser wechsle ich in den nächsten Stunden noch zweimal. Dann wird mit klarem Wasser nachgespült und vorsichtig ausgedrückt

Zum Trocknen lasse ich die ausgedrückte Wolle zunächst in einem Sieb etwas abtropfen. Dann drücke ich weiteres Wasser im so genannten Handtuch-Sushi aus: die feuchte Wolle wird in ein Handtuch eingewickelt, dass dan beschwert wird, indem man sich darauf kniet oder stellt. Dann breite ich ein frisches trockenes Handtuch auf dem Wäscheständer aus und breite die Wolle darauf aus. Dabei zerrupfe ich die Locken noch mal, damit sie mögllichst locker sind und schneller und „fluffiger“ trocknen.
Trocken sind sie dann etwa einen bis zwei Tage später (im geschlossenen Zimmer, draußen würde mir alles weg wehen.)