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Zauberball-Lace verweben oder auch: Ich lerne gerne.

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Ich lerne gerne. Auch aus Fehlern. Aus denen wir man ja bekanntlich klug.
Mein neuester Lernerfolg: Single-Garne aus reiner Wolle eigenen sich nur sehr bedingt zum Weben. Begeistert, wie ich von meinem Tuch aus einem Crazy-Zauberball war (Blogeintrag folgt) wollte ich eine Nummer feiner weben. Passenderweise lag unter einem meiner letztjährigen Weihnachtsbäume (Scheidungskind, ich feiere in Etappen ^^ ) das feinere Webblatt mit 50Fäden/10cm bzw 12Enden/inch.

Diesmal sollte es ein bisschen mehr Muster sein als bei meinem „Very-Berry“ Projekt und so entschied ich mich für zwei Lace-Zauberbälle aus der „LaceBall 100“ Kollektion. Das 100 steht hier für 100% Merinowolle im Gegensatz zu den normalen Lace-Bällen, die einen Poly-Anteil von 25% haben.
Die Kette sollten also Streifen à 24 Enden sein, immer abwechselnd in „Schokotatze“ und „Rosa Träume“. Schuss dann genauso, um ein Karomuster zu erreichen. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander. „Schokotatze“ hat einen braunen Ton-in-Ton-Farbverlauf von dunkel nach hell und zurück, „Rosa Träume“ verbindet den gleichen Schokoton mit einem ziemlich kräftigen Rosa/Pink.
Schären, Aufbäumen und Anweben war auch kein Problem, aber nach einigen Zentimetern wurde mir bewusst, was das Problem mit unverzwirnter reiner Wolle ist: sie fusselt!

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Das Webblatt rubbelte bei jedem Anschlagen über die feinen Singles und schrabbte richtig sichtbar Flöckchen von den Kettfäden. Das hat gleich drei unschöne Folgen:
– Das Gewebe sieht fusselig und weniger glatt aus
– die Kettfäden leiden, werden dünner und reißen irgendwann
– die aufgerauten Kettfäden werden äußerst „anhänglich“ und hängen aneinander, so dass sich kein vernünftiges Fach öffnet.

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Kaum hatte ich das festgestellt, da war ich wegen Gipsarm und Umzug sowieso einige Zeit außer Gefecht gesetzt. Eigentlich passte es mir sogar ganz gut in den Kram, dass das Projekt quasi schon über den Jordan war, denn für den Umzug wollte ich das erste Mal ausprobieren, wie gut es tatsächlich funktioniert, die Harfe samt aufgezogener Kette zusammenzuklappen. So hatte ich eine angefangene Webarbeit, um die ich nicht zu sehr trauern würde, wenn das nicht funktionieren sollte.

Nach dem Umzug blieb sie dann erst mal zusammengeklappt in der Ecke stehen, bis ich sie vor ein paar Tagen wieder hervorgeholt habe. Die Kette hat das Zusammenklappen tatsächlich gut überstanden, aber nun stand ich wieder vor dem alten Problem: was mit der störrischen Fussel-Kette anfangen?
Das bisher gewebte gefiel mir sehr gut und ich wollte das Projekt sehr ungern runter schneiden. Also probierte ich aus, wie es sich weben würde, wenn ich statt dess Webblattes das Webschwert oder etwas anderes zum Anschlagen benutzen würde

Gut funktioniert hat dann ein ganz simpler Kamm. Zwar webt sich das jetzt nicht so flott weg, aber es funktioniert und ich muss das schöne angefangene Tuch nicht verwerfen. Ich gehe jetzt so vor:
– Schussfaden einlegen
– Webblatt oben/unten stellen
– mit dem Kamm Stück für Stück und nur in eine Richtung(!) vom Blatt bis zum Werkstück anschlagen. Das öffnet das Fach und verdichtet den Schuss
– nächster Schuss usw.

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Die Kettfäden sind immer noch etwas fusselig; ganz wird isch das auch nicht vermeiden lassen. Aber ich finde, sie sehen schon besser aus als vorher:

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Und im fertigen Gewebe sieht man das gar nicht mehr:

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Wie gesagt: es  geht zwar etwas mühsam, aber der tolle Farbeffekt und das leichte weiche Gewebe ist es mir wert 🙂 20140427_165304

kuschelweicher Schal mit Alpaca

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Nach dem Kampf mit Muster und Fadenspannung bei den „Magic Steps“-Handtüchern war dieser Schal die reine Wohltat:
Simple Leinwandbindung ohne irgendwas, traumhaft weiches Garn, das sich schon beim weben klasse anfühlte und ein tolles Ergebnis:

Webrahmen: Kromski Harfe 80cm
Blatt: 40/10 (10dent)
Material Kette: „Camino Alpaca“ von Bremont in dunkelblau, hellblau und wollweiß
Material Schuss: „Camino Alpaca“ von Bremont in hellblau

 

Obwohl das Garn sehr dehnbar ist, hatte ich überhaupt keinen Ärger mit der Spannung. Ich führe das darauf zurück, dass der Schal vergleichsweise schmal ist und ich als Trennlage zwischen den Schichten auf dem Kettbaum dieses mal Küchenpapier statt Packpaier genommen habe. Das scheint für eine  ausgeglichenere Spannung gesorgt zu haben.

Ich hatte ursprünglich vor, als Schuss das Wollweiß zu nehmen, aber nach den ersten Zentimetern war klar, dass das zu sehr dominieren und das Streifenmuster erschlagen würde.

Darum habe ich mich dann statt dessen für den helleren Blauton entschieden. Jetzt sah es ausgewogen aus!

Das Garn steht so was von auf meiner Wieder-Benutzen-Liste! Webt sich weg wie nix, kuschelweich und wenni ch mich recht erinnere auch gar nicht soo teuer.

Sehr zufrieden 🙂 War übrigens auch mein Papa, der den Schal zu Weihnachten auspacken durfte 😉

 

Handtücher „Magic Steps“

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Ich kene das schon von anderen Hobbies: kaum habe ich die grundlegende Technik verstanden, werde ich übermütig und versuche mich an „Scheitern als Chance“ mit Projekten, die eigentlich viel zu anspruchsvoll für mich hoffnungsfrohen Anfänger sind.
Irgendwie klappt es dann aber doch meistens.

Beim Weben waren dieses ambitionierte Projekt Küchenhandtücher im „Magic Steps“-Muster nach dieser Anleitung von Erica de Ruiter.Sie waren geplant als Weihnachtsgeschenk für meine Mama und sind auch wirklich gut angekommen!

Zunächst das Grundlegende:

Webrahmen: Kromski Harfe 80cm Webbreite
Kamm:  40/10 (10dent)
Material Kette: Cottolin (Leinen/Baumwollmischung) 22/2
Material Schuss: wie Kette

Der erste Schritt: Kette wickeln…und wickeln…und wickeln… vier Handtücher à 40 cm Länge plus Einsprung und so weiter und so fort gibt eine lange und breite kette. Dazu kommt, dass es sich bei „Magic Steps“ um einen Mischung as Log-Cabin und Basketweave handelt. Die Kettfäden liegen also zum Teil doppelt oder dreifach in den Löchern/Schlitzen.
Aber einige Fernsehabende später war es vollbracht und ich hatte die Kette geschärt, gezopft und zur Seite gelegt:

Zum Schären noch ein Tipp: das Cottolin kam auf Konen mit stabilem Pappkern. In die Löcher im Ständer der Harfe habe ich zwei der Schär-Stäbe gesteckt und die Konen darauf geschoben. So konnte ich das Garn bequem und ohne Verwicklungen abrollen.

Das Aufbäumen dauerte dann noch mal eine Weile, aber letztlich war es so weit, alles saß, wo es hingehörte und ich konnte die ersten Reihen anweben!

Es ist wirklich faszinierend, wie dieses Muster ganz ohne Hebestäbe oder andere Tricks entsteht. Im Grunde handelt es sich um ganz schlichte Leinwandbindung. Kette und Schuss liegen allerdings mehrfach, wodurch der gewünschte Effekt entsteht.
Da der Schussfaden auch doppelt oder dreifach in das gleiche Fach gelegt werden muss, habe ich einen Rat aus der Gruppe „Rigid Heddle Looms“ bei www.ravelry.com befolgt und „floating selvedges“, also schwebende Ränder eingezogen. Je ein Kettfaden rechts und links zusätzlich einzeln durch eien Schlitz. Wenn ich jetzt einen Schussfaden doppelt oder dreimal einlegen muss, schieße ich den Faden abwechselnd über oder unter diesen Randfaden, so entsteht ein gerader Rand.

Ich hatte zwischendurch erhebliche Probleme mit der Fadenspannung. Außer den fast schon erwartbar zu staraffen Rändern (das lag am Auwickeln auf den Kettbaum, habe ich jetzt gelernt), hatte ich plötzlich das Phänomen, dass eine Hälfte der Kettfäden durchhing. Ich glaube, es waren jeweils die, die durch die Schlitze gingen. So was habe ich noch nie erlebt. Per Ferndiagnose konnte mir leider auch im großen weiten Internet niemand helfen. Also verkürzte ich das erste Tuch und schnitt es ab. Beim zweiten hatte ich das selbe Problem (war ja auch noch die selbe Kette) und habe mich durchgekämpft, bis auch das zweite die reduzierte Größe hatte.

Eigentlich war ein Set von vier Tüchern geplant, hintereinander weg gewebt, mit Platzhaltern voneinander getrennt. So musste es ein kleineres Set von zweien werden 😉
Gefreut hat sich die Empfängerin trotzdem 🙂

Aufhänger: Die Schlaufen zum Aufhängen habe ich mit der selben Methode geknüoft, mit der wir früher Freundschaftsbändchen gemacht haben. Wer erinnert sich noch? Sticktwist an einen Sicherheitsnadel geknotet, die ans Jeansbein gesteckt und schon konnte überall geknüpft werden! Eine schöne Anleitung habe ich bei www.selber-machen.de gefunden.

„Sitting on a Rainbow“: gestreifte Stuhlkissen die dann doch Platzdeckchen werden wollten

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Kaum war das erste Schultertuch fertig, schon hüpfte die zweite Kette auf den Webrahmen!

Kissenbezüge für die Balkonstühle sollen es werden und dazu passende Platzdeckchen.

Leider habe ich es irgendwie geschafft, mich zu verrechnen oder zu vermessen, jedenfalls ist meine sorgfältig geplante Nahtzugabe irgendwie verschwunden und die ganze Geschichte ist ein paar Zentimeter zu schmal. Neuer Plan: Die aktuelle Kette wird einfach zu den geplanten Platzdeckchen und für die Stuhlkissen muss ein Neustart her.

Rahmen: Kromski Harfe

Kamm: 40/10

Material Kette: Schachenmayr nomotta Catania Baumwolle in gelb, orange, rot, grün, hellblau, dunkelblau und lila

Material Schuss: Schachenmayr nomotta Catania Baumwolle in cremeweiß

Hier beim Schären (auf der Rückseite der Harfe, sooo praktisch)

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Und mitten beim Aufbäumen. Das ist quasi ein Zwischenstadium. Ich Bäume nach diesem Video von Tim Horchler auf und bin auf dem Foto quasi an Minute 2:42. die Schlaufen vom Schären sind durch die Schlitze des Kammes gezogen und hinten auf den Warp-helper gezogen (ich hab leider keine Ahnung, wie das Ding auf Detusch heißt 😉 ). Die Kette hängt lang nach vorne weg und ist hier von mir zu Zöpfenb gehäkelt worden, damit sich die Stränge nicht verheddern. Der Stab verhindert, dass die Zöpfe sich auflösen. So musste der Rahmen erstmal übernachten, bis ich am nächsten Tag den Lieblingsmann bitten konnte, mir zu helfen, die Spannung auf der Kette zu halten, während ich sie auf den Kettbaum wickele.

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So sieht das ganze dann fertig aufgebäumt aus:

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Und die ersten gewebten Handbreit 🙂

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mein erstes Web-Projekt: kariertes Schultertuch

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Nachdem meine ersehnte Kromski-Harfe endlich da und aufgebaut war, habe ich natürlich gleich das erste Projekt aufziehen.
Sinnvoll wäre es wohl gewesen, ein einfaches kleines Projekt zu wählen. Ein Schal vielleicht.  25cm breit, einfarbig, Leinwandbindung, fertig.

Jo.

Sinnvolle einfache Dinge waren noch nie so meins…

Außerdem ist noch kein Schalwetter und ich trage eh keine gewebten Schals und außerdem hab ich ja den breiten Rahmen gekauft, da kann ich auch was breites weben,…
Langer Rede wenig Sinn: 320 Ketten, 4 verschiedene Farben (gekaufte Sockenwolle aus dem Stash), Karomuster, 2m lang, das soll mein erstes Schultertuch werden. 🙂

Erste Lektion für mich: das Schären und Aufbäumen dauern mindestens so lange wie das eigentliche Weben! Aber mit einem guten Hörbuch und einem weiteren guten Video von Tim Horchler war schließlich genug gewickelt und gefädelt und ich konnte endlich anfangen zu weben!

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Zweite Lektion für mich: einmal vernünftig aufbäumen spart hinterher nerven. Ich habe die ganze Zeit mit ungleichmäßiger Spannung gekämpft.
Aber es ging und es machte Spaß!

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Und das Endergebnis kan sich auch sehen lassen! Zwar würde ich beim zweiten Projekt vieles anders machen und es sind auch ituzende Fehler drin, aber es ist ein Schultertuch, es ist selbstgewebt und es ist wunderschön! 🙂

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Mein Webrahmen ist daaa!

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Lange lange bin ich um das Weben herumgeschlichen. Und lange lange habe ich es geschafft, mich von Gegenteil zu überzeugen: „Du brauchst nicht noch ein Hobby, das nimmt doch auch Platz weg und man braucht auch wieder ein teures Equipment,…“

Tja, und dann nahm der Wunsch irgendwann Formen an. Ich las in eine Rigid-Heddle-Loom-Gruppe bei Ravelry rein, sah mit youtube-Videos an und zog immer engere Kreise um die „Harfe“ der polnischen Firma „Kromski“.

Schließlich war die Entscheidung gefallen: ja, ich wollte einen Webrahmen und es sollte die Kromski-Harfe sein. Die gibt es in verschiedenen Größen bis hin zu 80cm Webbreite. Ich habe mich gleich für die breiteste Variante entschieden. Einerseits halte ich mir damit mehr Möglichkeiten offen (auf einem breiten Rahmen kann ich schmal weben, aber auf einem schmalen nicht breit), andererseits phantasiere ich davon, irgendwann Stoffe produzieren zu können, mit denen ich sogar was nähen kann 😉

Beschlossen, getan, bestellt. Die Kromski-Harfe nebst Standfuß. Nun hieß es warten und ab und zu beim Warten auf den Paketboten fiepend an der Tür kratzen.

Gute vier Wochen nach der Bestellung war es so weit: ein grooooßes Paket, dass meine Nachbarin heldenhaft entgegengenommen hatte!

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Leider war die „Aufbauanleitung“ ein schlechter Witz. Nur eine Seite mit einer kleinen Zeichnung. Aber Internet hilft und nach eingen farbenfrohen Flüchen und diesem Video von Tim Horchler war das Prachtstück richtig rum zusammengebaut!
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Der Standfuß war dann kein Problem mehr und da stand sie in all ihrer Pracht, mein heißersehnte Harfe!
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Rechts daneben hat sich noch meine Jenny, ein Louet S10 ins Bild geschlichen 😉

Die Harfe ist ein Gatterkamm-Webrahmen, auf englisch „Rigid-Heddle-Loom“. Dabei werden die Kettfäden abwechselnd durch Löcher und Schlitze in dem weißen Kunststoffkamm gefädelt. Der Kamm wird dann oben oder unten in einer Halterung eingerastet.Anfangs dachte ich, dass man damit nur einfache Leinwandbindung weben könnte und die Abwechslung einzog durch Farben und Materialien eingebracht werden könnte. Aber weit gefehlt! Es ist erstaunlich, was Leute mit einem RHL alles anstellen. Ich bin jedenfalls heftig angefixt und nicht mal das zeitaufwändige Schären kann mich davon abhalten, schon die nächsten drei Webprojekte im Kopf zu kreieren 🙂

Mein erstes Projekt findet ihr übrigens hier: kariertes Schultertuch