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Es wird nobel: Der Surcot

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Es wird nobel: Der Surcot

 

Ich habe es getan: die ersten Schritte in Richtung Noblesse!

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Mit dem sonnengelben Kleid war schon ein Anfang gemacht, aber für eine gehobene Darstellung fehlte noch die dritte -repräsentative- Kleidungsschicht über Leibhemd und Oberkleid: der ärmellosen Surcot.
Der Oberstoff ist ein schwerer sehr glatter Wollstoff, den die unglaubliche Manuela von Ovicula in einem tiefen Indigoblau gefärbt hat.
Die Farbe ist traumhaft schön und der Stoff so glatt, dass er in der Sonne glänzt
Aber der absolute Kracher ist die mit Cochenille knall-Barbie-Pink gefärbte Seide, mit der der Surcot gefüttert ist!
Es ist der Seiden-Twill vom Färbehof und die Farbe ist einfach un-glaub-lich pink! 😀

Ich habe jeweils 4 Meter Wolle und Seide verbraucht und habe letztlich eine Saumweite von etwas über 4,20m herausbekommen.
Die Vorder- und Rückenbahn sind mit 1,90 fast 20 cm länger als ich es bin.

 

Die Maße waren das Maximum, was ich aus dem vorhandenen Stoff herausholen konnte und ich bin begeistert:
Ich kann keinen Schritt tun, ohne den Surcot aufwändig über den Arm zu raffen (was ja durchaus gewollt ist) und ich „stehe in den Falten“. Der Faltenwurf um die Füße kommt  denen auf den Abbildungen und Statuen schon sehr sehr nahe!

 

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Der Halsausschnitt ist sehr eng und ich muss mich daran gewöhnen, erst den Surcot anzuziehen und dann einen etwaigen Kopfputz aufzusetzen 😉
Der Fürspan ist von Lorifactor und dem der personifizierten „Synagoge“ am Bamberger Dom nachempfunden.

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Er hält keinen Schlitz zusammen sondern wird wie eine Brosche getragen.
Ich wurde darauf hingewiesen, dass im 13. Jahrhundert eventuell keine rein dekorativen Fürspane an Surcots getragen wurden. Ich habe einige Gegenbeispiele an figürlichen Darstellungen gefunden, bin mit der Recherche aber noch nicht durch.

Das erste mal ausgeführt habe ich das riesige Prachtstück (ich were eine extra Kleiderkiste für das Ding brauchen!) auf dem Convenimus Saeculo XIII auf der Brandenburg in Thüringen. Genau die Richtige Kulisse um -mit Todesverachtung bei über 30° im Schatten- flanieren zu gehen!

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mit Katharina von Suderburg

hier noch ein paar Bilder aus der Entstehung.
Ich habe den kompletten Surcot einmal aus der blauen Wolle und einmal aus der pinken Siede genäht, das Futter dann in den Oberstoff gesteckt und an den Armlöchern, am Halsausschnitt und am Saum gegeneinander verstürzt abgesteppt.

 

Das brauchte eine Menge Klammern 😉
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Eine besondere Herausfoderung war der Saum: damit es nachher nicht zipfelt, wollte ich ihn nicht flach liegend abstecken. Aber wo ein so langes Kleidungsstück aufhängen, um den Saum abzurunden und zu säumen?
Der entscheidende Tip kam von Facebook: an die Deckenlampe hängen!
Dank Berliner Altbaudecken mit 3,5m Höhe konnte ich so gemütlich auf einem Hocker sitzen und klammern, klammern, klammern…

 

So sieht er dann flach liegend aus:
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Der Saum hat hie und da noch ein paar ungelichmäßige Zippel, aber das schöne an einem so überlangen Gewand ist: das sieht kein Mensch 😉

Ich jedenfalls liege den Surcot jetzt schon heiß und innig.
Jetzt fehlt noch einiges an Bling um ihn zu vervollständigen und dann glänzt er in der nächsten Saison um so schöner!

 

Baby- und Kinderkleidung fürs Mittelalter

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PROLOG:
*Die innere A-Päpstin macht sich ne Flasche Wein auf und verlässt kopfschüttelnd den Raum*

 

Wer meinem Blog oder meiner Facebookseite schon eine Weile folgt, der weiß, dass es mein erklärtes Ziel ist, mich in meiner Darstellung so nah wie es irgendwie geht an das historische Original anzunähern. Das wird unterstützt und widergespiegelt vom Kitguide meiner Mittelaltergrupe „Die Brandenburgunder“. Bei meiner eigenen Ausrüstung lasse ich kein „Das ist aber bequemer“ oder „Das könnte so gewesen sein“ gelten. Moderne Unterwäsche ist mein einziges Zugeständnis an moderne Standards.

Anders sieht das aus bei der Kleidung und Ausrüstung meines Sohnes (geboren im Januar 2017 und zur Zeit fast anderthalb)
„A ist ein Prozess“ stimmt immer; die Ausrüstung ist nie fertig und eigentlich nie gut genug, aber wenn es um den Drachentöter geht, gestatte ich mir doch ein etwas langsameres Reisetempo auf dem Weg zum großen A.

Wie sollte es denn eigentlich sein?

Unter einem Jahr bzw vor dem Laufalter hätte ich den Kleinen wohl in mehr oder weniger kunstvoll gewickelte Leinentücher und -streifen binden müssen. Dieses „Pucken“ wird zwar heute auch noch/wieder gemacht, allerdings nur kurz, mit weicheren Materialien und unter Berücksichtigung der Kindlichen Physiologie. Der Drachentöter hätte mir was gehustet, wenn ich ihn mit 3 Monaten eingewickelt wie eine Mini-Mumie durchs Museumsdorf geschleppt hätte! 😉

psalter, France 13th century (Aix-en-Provence, Bibliothèque municipale, ms. 15, fol. IXr)

Bible moralisée – Biblia historica-allegorica iconologica Veteris Testamenti cum textu marginali gallico. 2. Viertel 13. Jhdt. (1225-1249) Cod. 2554 Folio 10

Hier musste ich also zum ersten mal Abstriche an der Authentizität machen, um Sicherheit und ein Stück weit Bequemlichkeit in den Vordergrund zu stellen.
Kinder, die schon laufen können (aber auch „Schoßkinder“), tragen auf Abbildungen meist das gleiche wie die Erwachsenen. Einfache Wollkittel, teilweise ohne Gürtel.

Bible, MS M.969 fol. 126r Dieses Bild könnten der Drachentöter und ich glatt nachstellen! 🙂

Kreuzfahrerbibel Fol. 19r

Kreuzfahrerbibel, Fol. 15v (Detail)

Darunter ein Leinenhemd, oftmals auch nur das Hemdchen. Manche tragen Schuhe, oft sind Kinder aber auch barfuß dargestellt

Mein Ansatz war es also, einfach im Alter etwas vorzugreifen und dem Kleinen als Kompromiss Kleidung anzuziehen, die er im 13. Jahrhundert wohl erst angehabt hätte, wenn er etwas älter gewesen wäre.


Die erste Garderobe (Frühling): bequem, praktisch, richtige Materialien, aber ansonsten eher nicht so A 😉

Bei unseren ersten Ausflügen ins Mittelalter war der Drachentöter 3 Monate alt und eher…ambientig als authentisch angezogen:
Ich hatte gebraucht ein Leinenhemd und eine dünne Wolltunika erstanden. Beides Handgenäht und clevererweise als Wickelhemd konzipiert, so dass ich dem Winzling nicht die unelastischen Ärmel vom Kopf her anziehen musste.
So weit ich weiß, gibt es für diese Art Kinderkittel keinerlei Beleg.

Es war immerhin

– aus belegbaren Materialien (Wolle und Leinen)
– handgenäht
– pflanzengefärbt


Allerdings war der Drachentöter für diese Art Kleidung eigentlich zu jung und der Schnitt wie gesagt nicht belegt.
Als zusätzliche wärmende Schicht (es war erst April) hatte ich noch eine Art kleinen Surcot genäht. Dieser ärmellose Kittel hatte eine Cotte werden sollen, aber die Ärmel waren viel zu eng geraten und so habe ich sie einfach entfernt und die Armlöcher vergrößert.


Auf dem Kopf hatte er eine moderne Wolle-Seide-Mütze und drunter einen Wolle-Seide-Body und eine naturfarbene Wollstrumpfhose.
Es stimmten also wieder die Materialien, aber sonst eigentlich nicht viel 😉

 

Zweiter Versuch (Sommer) weniger ist mehr

Als wir im August 2017 auf dem Gelände des Klosters Jerichow zu Hochmittaltertreffen lagerten, war der Drachentöter fast 7 Monate alt und aus den Sachen vom Frühjahr zum großen Teil raus gewachsen.
Ich hatte ein neues Hemdchen aus Leinen genäht und mich dabei am Schnitt des gebraucht gekauften Wickelhemdchens orientiert. Der blaue Surcot passte auch noch, wenn es mal etwas kühler würde. Drunter waren diesmal weiße Baumwollbodys und ggf eine Wollstrumpfhose.
Schon hier fiel auf: weniger ist mehr: je weniger er anhat, umso authentischer ist es eigentlich.

Dritte Variante (Winter) : es gar nicht erst versuchen oder: Das Tarnkäppchen

Die nächste Gelegenheit, zu der ich den Kleinen mit „ins Mittelalter“ genommen habe, waren Besuche im Museumsdorf Düppel im Winter. Aus den Sachen vom Sommer war er zum einen längst rausgewachsen, zum anderen waren sie viel zu luftig für winterliche Temperaturen.
Im Winter 2017/-18 war der Drachentöter noch ein Krabbelkind und da ich nicht vorhatte, ihn auf dem kalten und evtl matschigen Boden viel herumkrabbeln zu lassen, würde er die meiste Zeit ohnehin bei mir im Tragetuch und unter meinem Mantel verbringen und man würde nicht viel von ihm sehen. Ich entschied mich darum dafür, keine neue Kleidung zu nähen (die dann im Sommer, wenn sie wirklich uzm Einsatz käme, wahrscheinlich gar nicht mehr passen würde), sondern ihn ganz bewusst in seinen modernen Wollplüschanzug zu kleiden, dicke nadelgebundene Socken an die Füße zu ziehen und gar nicht erst so zu tun, als trüge er athentische Kleidung.
Eines konnte ich mir jedoch nicht verkneifen:
Eine kleine Gugel aus pflanzengefärbtem Wollstoff. Es gibt ein paar Belege für Kindergugeln.

The Luttrell Psalter, British Library Add MS 42130 (medieval manuscript,1325-1340), f53r

Meist sehen die eher nach Kapuzen aus, aber diese größere Variante hielt ihn schön warm, sah auf Fotos und von weitem immerhin ambientig aus und war -ist ja auch nicht ganz unwichtig- einfach zuckersüß 😉

Der zweite Sommer: das ist schon ganz gut!

In diesem Sommer nun hat sich einiges verändert: aus dem Minibaby wurde ein Krabbelkind und jetzt schon fast ein Laufkind. Man kann ihm auch nicht-dehnbare Ärmel anziehen, ohne Angst zu haben, einen Arm abzureißen und so habe ich mich von dem Konzept „Wickelhemd“ verabschiedet und ein einfaches Leinenhemdchen aus schönem weichem Leinen genäht.
Eine Cotte wollte ich auch noch machen, aber die Zeit drängte und zufällig hatte meine Lieblingsfärberin Manuela von Ovicula eine zu klein gewordene Cotte von ihren Töchtern zu verkaufen.
Also gab es zum Leinenhemdchen eine neue gebrauchte Cotte aus waidblauem Wollstoff. Ein bisschen zu lang ist sie noch (also schön zum rein wachsen), so dass ich auf halber Höhe einen großen Abnäher gemacht habe. Die Ärmel kremple ich einfach hoch.

Drunter ist immer noch ein weißer Body (und natürlich eine moderne Windel) aber das sieht man nicht. Auf Strumpfhose etc. habe ich diesen Sommer bisher verzichten können. Es war bei unseren Tagesausflügen zum Heerbann und zum Ritterfest in Düppel so warm, dass ich ihn irgendwann nur im Hemdchen gelassen habe.
Auf den Kopf sollte er eigentlich eine Bundhaube kriegen. Die erste war zu klein, da musste eine zum Kopftuch gebundene Mullwindel als Sonnenschutz herhalten.

Die zweite Haube passte besser, hatte aber anfangs noch keine Bindebänder (man kommt -wirklich- zu nichts mit einem kleinen Kind im Haus!) So sah es in Düppel noch eher nach „Frau Aantje“ als nach Drachentöter aus. Mittlerweile ist aber auch die Haube bebändselt 😉

Schuhe hat der Drachentöter noch gar keine. Er läuft noch nicht, sondern krabbelt fast ausschließlich. Und als Sohn einer Magd kann er problemlos barfuß bleiben.

Die aktuelle Ausstattung ist also
– handgenäht
– aus den richtigen Materialien
– pflanzengefärbt
– historisch schon deutlich näher an den Abbildungen, die man so findet (wobei da das Alter der Kinder oft schwer einzuschätzen ist)

 

Nicht mehr lange und der kleine Mann trägt Bruche und Beinlinge wie ein großer! 🙂

Das etwas andere Babyhäubchen – Gugel für den Mini-Reenactor

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Hier kommt ein Projekt aus der Kategorie: mit Kindern muss man Kompromisse machen 😉

Auf den Sommerveranstaltungen hat der kleine bisher nur ein Leinenhemdchen getragen, darunter einen weißen Body und eine weiße Strumpfhose. Bundhäubchen dazu und fertig.

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Im Frühjahr hatte er noch ein Wickelhemdchen aus Wollstoff und eine Art kleinen Surcot aus auch Wolle drüber.IMG_20170317_134141_LI
A war das nicht, aber wenn ich es wirklich authentisch hätte machen wollen, hätte ich den damals wenige Monate alten kleinen Kerl in Leinenstreifen und -tücher einbinden müssen und das wollte ich ihm dann doch ersparen 😉
Also habe ich mich für eine ambientige und gänzlich unhistorische Variante entschieden.

Nach dem Hochmittelaltertreffen in Jerichow hatten wir dann kaum noch Veranstaltungen, zu denen ich mitgefahren wäre; die ersten kamen dann erst wieder im Winter:
Das St-Martinsfest im Museumsdorf Düppel und im Dezember ebendort der jährliche Adventsmarkt.
Zu beiden Veranstaltungen wollte ich als gewandeter Tagesgast gehen und damit stand ich vor einem Problem:

Der Lütte hatte nur Sommergewandung und die war auch noch zu klein geworden!
Da ich aber wusste, dass es genau diese zwei Tagesveranstaltungen geben würde, bevor wir in die WInterpause gehen, wollte ich auch keine aufwändige Klamotte schneidern, die erst in einem haleben Jehr wieder zum Einsatz kommt, wenn der kleine Drachentöter schon wieder einen Kopf größer ist 😉

Da er aber eh die meiste Zeit im Tragetuch auf meiner Hüfte sitzen würde und somit ohnehin nicht viel von seiner Kleidung sichtbar wäre, habe ich mich entschlossen, ihn in seinen normalen Wollplüsch-Overall zu stecken und als „Tarnmäntelchen“ eine Gugel zu nähen.

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Die ist schön warm, schützt den Kopf und bedeckt zumindest den Oberkörper, der aus dem Tuch raus schaut. 🙂

Der Schnitt ist von der Skjoldenham-Gugel übernommen. Als Material habe ich Reststücke benutzt: Außen die mega weiche und warme Finkhof-Wolle von meiner Cappa und als Futter einen rest hellblauen feinen Wollköper vom Färbehof, den ich noch rumliegen hatte.

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Beim Martinsfest im November 2017. Die Stricksocken wurden noch durch genadelte ersetzt 😉

Das Ergebnis ist warm, praktisch, nur so semi-historisch und zum niederknien niedlich 🙂

 

Pinata-Steckbrief Wollwimpel

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Was die Gewandungs-Pinata ist, erfahrt ihr hier.

Woll-Wimpel

–> Diskussion im http://www.Mittelalterforum.com über diesen Wimpel
Material:
Woll-Musselin/Etamine de Laine vom Färbehof. 80g/m². Naturweiß
Schnitt:  rechteckig, etwa 1,50m x 0,50m
Beleg: nur für die Form der Kopfbedeckung (z. Bsp. Bible Moralisée). Aus diesem Material aber bei jemandem abgeguckt und nicht hinterfragt.

Bekannte Schwächen:
– kein Beleg für Wolle als Material für einen Wimpel
– der Stoff ist sehr fein, wahrscheinlich zu fein für so eine einfache Darstellung?

Pinata-Steckbrief Nadelrolle

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Was die Gewandungs-Pinata ist, erfahrt ihr hier

Nadelrolle

–> Blogpost

Material:
Wollstoff, mit Birke gelb gefärbt (ein Reststück meiner Strümpfe)
ungefärbtes grobes Leinen
Wollgarn (pflanzengefärbt) in rot und grün

Quelle: gar keine. Aus rein praktischen Überlegungen gefertigt und bisher noch keine Zeit gefunden, eine belegbare Alternative zu suchen.

Bekannte Schwächen: siehe oben: kein Beleg. Denkbar wäre es zwar, Stoffreste für so etwas zu verwenden, aber das ist Theorie. Außerdem könnte die Stickerei etwas übertreiben sein, obwohl sie relativ grob und nur mit Wollgarn gemacht ist. Die Stickstiche sind auch nicht wirklich recherchiert. Die Ranken sind im Kettstich, die Blüten in einer Art Plattstich ziemlich frei Schnauze gemacht.

Pinata-Steckbrief grünes Schlupfärmelkleid

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Was die Gewandungs-Pinata ist, erfahrt ihr hier

Grünes Schlupfärmelkleid

–> Blogpost
–> mehr Fotos (mit noch teilweise unpassenden Accessoirs)
–> Umarbeitung zum Stillkleid

Material:
Wollköper, chemisch gefärbt. („feine birkengrüne Wolle“ von Naturtuche)

Schnitt: bequemes weites Schlupfärmelkleid. Seitengehren ab Armloch. Knapp bodenlang
Quelle: Schlupfärmelkleider finden sich unter anderem in der Maciejowski-Bibel, im Goslaer Evangeliar, der Bible moralisée und auf Relieffiguren am Straßburger Münster
bekannte Schwächen:
– Der Stoff ist nicht pflanzengefärbt.
– Außerdem gibt es eine Ungenauigkeit bei der Trageweise: Wenn ich die Ärmel ausziehe, stecke ich sie hinten in den Gürtel, damit sie nicht im Weg sind.
Auf allen(!) Abbildungen, die ich kenne, werden die Ärmel aber im Nacken bzw. auf dem Rücken verknotet edit: oder hängen einfach lose über den Rücken. Bei mir hält das nicht, außerdem finde ich es unpraktisch, auf meinem Rücken einen Knoten zu nesteln, wenn ich die Ärmel mit einem Griff hinter den Gürtel stecken könnte. Vielleicht ist der Schnitt doch ein anderer?
– die Öffnung zum Stillen samt den Bändern ist eine Interpretation von mir und so nicht belegbar.

Pinata-Steckbrief blaue Sommercotta

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Was die Gewandungs-Pinata ist, erfahrt ihr hier

Blaue Sommercotta

–> Blogartikel

Material: Wollköper (gleichgrat), Indigo-Einfachfärbung, 270g/m² von Färbehof
Schnitt: 
– gerade Vorder- und Seitenbahn, Seitengehren ab etwas oberhalb der Taille
– nicht ganz bodenlang
– Ärmel mit Quadratischen Zwickeln unter dem Arm
– Ärmel vorne so eng, dass man ohne Knöpfe gerade noch rein kommt
Quelle: Schnitt grob nachempfunden dem Kleid der heiligen Elisabeth. Blaue Kleider für Frauen finden sich zum Beispiel in der Maciejowski-Bibel (Frankreich, ich weiß).
Bekannte Schwächen:
– der Ausschnitt ist zu weit geraten. Für unsere Zeit sollte er eher sehr halsnah sein. Außerdem schaut so das Unterkleid raus. Wenn jemand eine Idee hat, wie sich das sinnvoll ändern lässt: lasst es mich gerne wissen!
– der Stoff ist sehr leicht. Ich bin am Überlegen, ob das zur gewählten Darstellung passt, oder ein bisschen arg fein ist.
– die Ärmel sitzen nicht ganz so, wie ich das gerne gehabt hätte. Auf den Abbildungen sehen sie keuelnförmiger aus. ein längerer Keil auf der Rückseite hätte wohl besser funktioniert als ein Quadrat unter dem Arm.
– ich bin noch am Recherchieren zu Rocklängen. Das Kleid ist nicht gnaz bodenlang, was ich für eine arbeitende Frau sinnvoll fand. Andererseits weist Katrin Kania in ihrem Buch darauf hin, dass mindestens bodenlange Kleider nicht nur wenig nach- sondern auch gewisse Vorteile haben und außerdem die gängigen Abbildungen eher dafür sprechen.

Gewandungs-Pinata!

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„Ge-Was?“
Gewandungs-Pinata! Wie man eine Pinata mit einem Stöckchen in der Luft zerschlägt um es Süßigkeiten regnen zu lassen, lade ich herzlich dazu ein, meine Gewandung (und restliche Ausstattung) konstruktiv in der Luft zu zerreißen, so dass es hoffentlich A-nspruch und eine verbesserte Darstellung regne! 😀

„Wie soll das gehen?“
Ich werde hier Stück für Stück kurze Steckbriefe meiner Ausrüstungsgegenstände zusammenstellen (immer so, wie der Nachwuchsreenactor mich lässt). Sofern vorhanden werde ich auf den entsprechenden Blogartikel verlinken. Ich werde zeigen, nach welchen Quellen ich gearbeitet habe, wo meiner Meinung nach Lücken sind und wo ich mir unsicher bin.
In den Kommentaren hier im Blog oder gerne auch bei Facebook, wo ich die Artikel verlinken werde, darf dann nach Herzenslust gekrittelt werden. 😉
Ich freue mich über jeden Hinweis, wo ich einer Fehlinformation aufgesessen bin, wo ich es mir zu leicht oder zu schwer gemacht habe, aber selbstverständlich auch über Hinweise, wo fehlende Belege zu finden sein könnten, Empfehlungen zu Bezugsquellen für athentischere Alternativen etc.
Dass das nur in höflicher und konstruktiver Form funktionieren kann, brauche ich wohl nicht zu betonen.

„Ort? Zeit? Stand?“

Wichtige Fragen, um die Klamotte einschätzen zu können! Wir bewegen uns in der Mark Brandenburg/frühen Stadt Berlin n der Mitte des 13. Jahrhundert.
Darstellung ist eine Magd im Reiselager eines landlosen Ritters. (Siehe die Beschreibung der Darstellung der Brandenburgunder hier . )

„Wie kommt man auf so was?“

Durch den gnadenlosen Blick von außen und harmlose Fragen! Mit jedem Menschen, sei es ein Besucher bei einer Veranstaltung oder ein/e AnfängerIn im Hobby, mit denen ich mich unterhalte, stelle ich meine eigene Beleglage auf den Prüfstein. Denn mehr als einmal musste ich passen bei der Frage nach einem genauen Beleg.
Vieles ist recherchiert und gut belegbar. Anderes habe ich gemacht, weil es praktisch war, weil man es bei jemand anderem so gesehen und übernommen hat, oder weil es -seien wir ehrlich- „alle so machen“!
Da schleichen sich ganz schnell fiese Fehler ein, die ich jetzt Stück für Stück ausmerzen möchte.

„Klasse Idee! Kann ich mitmachen?“

Natürlich! Wer seine Ausstattung auch der „peer Review“ unterziehen möchte, darf die Idee gerne kopieren. Wenn ihr mir einen Hinweis zukommen lasst, verlinke ich gerne auf eure Seiten!

„Fein, auf geht’s! Zeig mal her, den Kram!“

Hier die Links zu den Steckbriefen. (Wird laufend erneuert.)

–> Steckbrief Unterkleid

–> Steckbrief blaue Sommercotta

–> Steckbrief grünes Schlupfärmelkleid

–> Steckbrief Nadelrolle

–> Steckbrief Wollwimpel

Lady in red…

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…ist zwar keine wirkliche Lady, sondern die Magd eines Adligen im Sonntagsstaat, aber schön ist mein neues rotes Kleid trotzdem! 🙂
…is not actually a Lady but a nobleman’s maidservant in her sunday best, but still my new red dress is soooo beautiful!

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Vor über einem Jahr habe ich das Rauchen aufgegeben! Eine App, die ich mir zur Unterstützung besorgt hatte, hat mir genau ausgerechnet, wieviel Geld ich seit dem gespart habe. Eine ganze Menge O.O
Darum habe ich beschlossen, mir zur Feier von einem Jahr Rauchfreiheit etwas besonderes zu gönnen und habe Stoff für eine neue Cotte bestellt.
More than a year ago I quit smoking! FOr support I downloaded an app which added up exactly how much mone I was saving by not spending it on cigarettes. Which was a lot O.O
So I decided to give myself a treat for one smokefree year and ordered fabric for a new cotta.

Kein Arbeitskleid, sondern eins „für gut“. So wie meine blaue Cotte, aber aus wärmerem Stoff, so dass ich sie auch auf den Veranstaltungen im Frühjahr oder Herbst tragen kann, ohne zu frieren.
Also keine Schlupfärmel, sondern modisch enge Ärmel, aber oben so weit, dass ich mich noch bewegen kann. Und in einer schönen kräftigen Farbe. keine ganz teure Doppelfärbung, das wäre nicht standesgemäß, die Wahl fiel schließlich auf ein richtig kräftiges Krapprot!
Not a working-day dress this time, but for sundays or special occasions. Just like my blue cotta, but made from warmer cloth so I cuold wear it on spring or autumn-events without getting cold.
No workdress, so no slip-out-of-sleeves but chic narrow ones. And a nice bright colour. Not too fancy -still a working class girl-, I decided for a really strong madder-dye.

Farbe
Färberin meines Vertrauens ist Manuela von Ovicula. Sie hat es geschafft, die weiche angeraute Woll-Leinwand, die bei ihr unter dem passenden Handelnamen „Flauschi“ läuft in ein -sorry- richtig geiles Orangerot zu tauchen. Nicht karottig, sondern…Curryketchuprot. Mit einem goldenen Unterton, der in der Sonne richtig leuchtet! Eine wundervolle Farbe!
Colour
My favourite dyer is Manuela from Ovicula. She gave this plain-weave wool she sells as „Flauschi“ –> „Fluffy“ an astonishing bright orange-red-dye. Not carrot-like orange but like curryketchup, with a golden tone to it that really shines in the sun. I live the colour!

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Work in Progress

Schnitt
Der Schnitt der Cotte ist im Grunde der gleiche wie bei meinen anderen Kleidern auch: gerade Voerder- und Rückenbahn mit leichten Ärmelausschnitten vorne, Seitengehren ab Taille, halsnaher runder Ausschnitt mit kleinem Schlitz.
pattern
The pattern is basically the same as for all my cottas. straight front and back panels, side gores each as wide as one  panel. Neck with a little slit.

Ärmel
Neu sind allerdings die Ärmel. Schlupfärmel wie bei meinem grünen Kleid schneide ich fast rechteckig zu. Sie werden nur Richtung Handgelenk etwas enger, aber sie sind im ganzen so weit, dass ich ohne Probleme rein und raus komme.
Bei meiner blauen Cotte habe ich die Ärmel enger gemacht und quadratische Unterarmzwickel eingesetzt, um mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen.
Auf Abbildungen des 13. Jahrhunderts sieht man allerdings häufig, dass die Ärmel bis zum Ellenbogen ziemlich eng sind und dann recht schnell recht weit werden.
Sleeves
The sleeves are new. For Sleeves that you can slip out of like on my green dress I cut the sleeves nearly rectangular. Just a little more narrow towards the wrist. But I still make them quite wie, as I need some space to put them off an on.
On my blue cotta I used square gossets to give the narrow sleeves more room under the arm.
Pictures from 13th century often show Sleeves that are very tight up to the elbow and the get quite wide.

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Maciejowski Bibel, Beispiel für die Ärmel

Wie man diesen Effekt erzielt, zeigen Funde von erhaltenen Kleidern, wie zum Beispiel das so genannte ‚Bußkleid der heiligen Elisabeth‘ oder das ‚Kleid der heiligen Klara‘. Diese Kleider haben schmale dreieckige Keile auf der Rückseite der Ärmel.
This eefect is achieved by narrow triangular gassets on the backside of the sleeve as we can find on found textiles like the so calles „dress of st. Elisabeth“ (of Thuringia) or the „dress of st. Clare“.

Ich habe aus billigem Baumwollstoff ein Nesselmodell angefertigt, dass ich an die Ärmellöcher geheftet habe und so lange verändert, bis ich die gewünschte Optik und die ausreichende Bewegungsfreiheit hatte.
So I made a model from cheap cotton and tried around untl the sleeve fit and looked like on the pictures

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Gestern habe ich die Cotte fertig gestellt und weil das Wetter so herrlich sonnig war, habe ich den Liebsten überreden können, ein kleines Fotoshooting im Park abzuhalten. Fazit: Es ist wirklich ein Winterkleid *puh* schön warm das Ding 😉
Aber vor allem traumhaft schön, aber seht selbst:
I finished the Cotte yesterday and with the weather being so lovely I convinced my better half to go out in the park for a little foto-shoot:
I learned: this is really a winter-dress! *phew* that was warm.
But above all it is beautiful, look for youselves:

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Die sonnengelben Strümpfe und Knieriem-Schuhe passen hervorragend dazu!

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Sonniges SaisonStart-StrümpfeStopfen

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Gestern zeigte sich das Wetter von seiner ganz frühlingshaften Seite und so habe ich mich mit einer Flickarbeit auf den Balkon gesetzt und die Nase in die Sonne gehalten.

Zu flicken gab es meine gelben Strümpfe. Die Nähte halten nicht besonders gut, ich muss meine Entscheidung von damals, eine Blindnaht mit zu beiden Seiten aufgeklappten Nahtzugaben zu verwenden, echt hinterfragen; aber das ist einen eigenen Blogpost wert.

Yesterday’s weather was lovely warm and sunny and so I decided to take my needlework out on the balcony and enjoy the first rays of sunshine.

It was my yellow stockings which needed mending. The seams break very easily, I really have to reconsider my decision in choosing the stiches. When I sew the stockings/hose I double-folded the seam-allowence to each side. This doesn’t really work well but Choice of seams and stiches is a whole other blog post!

 

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Jedenfalls hatten meine armen Strümpfe schon nach einem Wochenende in Düppel schon wieder einige aufgegangene Nähte. Statt jedes mal wieder Loch für Loch zu flicken, habe ich mich dafür entschieden, die gesamten Nähte noch ein mal mit einer Art Überwendlichnaht zu verstärken. Verwendet habe ich diesmal nicht Kettfäden aus dem Stoff sondern einfach gezwirntes* Wollgarn, gefärbt mit Färberkamille.

My poor hose had some holes in the seams after just one weekend in Düppel open-air museum. Instead of mending holes again and again I decided to enforce the seams with stiches with another thread. For sewing I used warp-threads from the fabric I used to sew the stockings. Now I split up 6-ply sockyarn (dyed with chamomille) and used two of the single threads to mend my seams.

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Bei der Gelegenheit fiel mir auf, wie sehr der Stoff besonders am Fußteil schon ausgeblichen war. Ich dachte erst, dass die Farbe sich durch Feuchtigkeit/Schweiß gelöst hätte, aber dann fiel mir auf, dass auch die Oberseite und die Nähte genau an den Stellen weiß werden, wo der Strumpf mit dem Schuh in Kontakt ist und Reibung ausgesetzt ist.

While working on the stockings I realized, how badly the colour had faded at the foot-part. At first I thought it was the sweat reacting with the dye but then I saw that it had also faded on the upside of the stocking and everywhere where sock and shoe rub against each other.

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Somit habe ich also gleich noch einen experimentalarchäologischen Erkenntnisgewinn gehabt: Resedafärbung auf leinwandbindiger Wolle bleicht duch Reibung aus. 😉
So I learned: reseda-dyed woolen cloth tends to fade through rubbing!

Aber bleich oder nicht: die Strümpfe sind wieder einsatzfähig und werden jetzt frisch verstärkt hoffentlich eine ganze Saison halten!

But faded or not, my stockings are yet again fit for use and will hopefully endure the next season.

 

 

*tatsächlich war es 6-fach Sockengarn (industriell gesponnen), das ich zwei mal aufspleiße. Je zwei Einzelfäden werden zusammen zu einem Nähfaden. Genauso bin ich auch beim Besticken meiner Nadelrolle vorgegangen.
Als sich die Kapuze meiner Cappa löste, habe ich zum reparieren drei Einzelfäden benutzt, weil das Material so dick ist und ich mehr Reißfestigkeit brauchte.