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Holundersirup und-likör

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Mittlerweile sind sie abgeblüht, aber noch vor ein paar Wochen verbreiteten sie überall ihr kräftiges Aroma: die weißen Blütendolden des Holunder.

Das klassische Holunderblüten-Rezept für mich sind seit meiner Kindheit die „Hollerküchle“: die Dolden werden am Stiel gefasst, in Pfannkuchen-/Eierkuchenteig getaucht und in heißem Fett ausgebacken. Dann kann man den knusprigen Teig samt den aromatischen Blüten vom Stiel knabbern.

Dieses Jahr sollte es aber etwas anderes sein und so habe ich mich entschieden, aus den Blüten Sirup zu kochen.

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Holunderblütensirup

Benötigt werden:

  • etwa 10 Holunderblütendolden
  • 1l kaltes Wasser
  • 1kg Zucker
  • 1 Zitrone

Zunächst werden die Blüten mit einem Liter Wasser pro zehn Dolden (pi mal Daumen, die sind ja unterschiedlich riesig)  kalt angesetzt. Also Blüten in ein Gefäß, Wasser drauf, abdecken, fertig. Man kann die grünen Stiele dran lassen, ich habe sie abgemacht, weil ich Angst hatte, dass der Sud bitter wird.

Diesen Aufguss 24 Stunden stehen lassen. (Aus planungstechnischen Gründen stand meiner fast zwei Tage, das geht auch. Viel länger sollte man aber nicht warten, da die Mischung schnell anfängt zu schimmeln.)

Dann die Blüten abseihen. Das geht am einfachsten durch ein Sieb in dem ein Küchenhandtuch liegt.

Das Wasser mit etwa einem Kilo Zucker und dem Saft einer halben Zitrone pro Liter Wasser zum Kochen bringen, dann die Hitze runterdrehen und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis sich der ganze Zucker gelöst hat.
Achtung: das ergibt einen sehr dickflüssigen Sirup. Prima, wenn man ihn im zweiten Schritt zu Likör verarbeiten will, aber für einen flüssigeren Sirup empfehle ich, erstmal mit 500g Zucker anzufangen und sich an das richtige Mischungsverhältnis heranzutasten. Vorsicht beim Nachschütten von Zucker: das geht, aber der Sirup schäumt dann sehr! Also ausreichend großen Topf verwenden und wenn nötig den Zucker langsam und portionsweise nachdosieren.

Wenn der ganze Zucker gelöst ist den Sirup in heiß gespülte Gläser oder Flaschen füllen, sofort verschließen.

Der Sirup schmeckt prima mit Mineralwasser aufgegossen als erfrischendes Getränk, dickeren Sirup kann man wie Honig aufs Brot schmieren oder zum Süßen von Gebäck verwenden. Oder aber, man macht daraus..

Holunderblütenlikör

benötigt:

  • Holunderblütensirup (siehe oben)
  • neutral schmeckenden Schnaps, in meinem Fall Wodka

Das Mischungsverhältnis muss man ein bisschen ausprobieren. Weil ich den Likör nicht zu dünnflüssig haben wollte ahbe ich sehr dicken Sirup eingekocht. Den habe ich etwa im Verhältnis 2:1 mit Wodka vermischt. Also zwei Teile schweren Sirup auf einen Teil Wodka. einfach verrühren oder schütteln und in Flaschen füllen.

Der Likör hält sich nicht so lange wie der Sirup, ich empfehle also, den Sirup auf Vorrat einzukochen und den Likör mehr oder weniger frisch zuzubereiten.

Etiketten:

Die Etiketten habe ich aus einer Bäcker-Papiertüte ausgeschnitten (upcycling! ^^) und mit Milch an den Flaschen befestigt. Dazu die gewünschte Größe ausschneiden, beschriften (mit Kugelschreiber, der verwischt nicht so schnell) und kurz in Milch einweichen. Dann nass auf die Flaschen kleben, mit einem Tuch leicht antupfen und trocknen lassen. Die Idee habe ich von Shermins Magischem Kessel und es funktioniert wirklich einwandfrei. Der besondere Clou: diese Etiketten lassen sich ohne ewiges Einweichen und nervtötendes Geknibbel wieder ablösen!

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Beekeeper’s Quilt!

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Viele viele bunte Hexipuffs!

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In einem meiner letzten Podcasts hatte ich schon einmal vom Beekeepers Quilt berichtet: eine clevere Idee zur Verwertung von Garnresten und absolut süchtigmachend!

Das Prinzip ist denkbar einfach: die kleinen sechseckigen Kissen werden in Runden gestrickt, mit Füllwatte ausgestopft, zugehäkelt und an den Ecken aneinandergenäht.
Erfunden hat das ganze Stephanie Dosen von Tiny Owl Knits. Die Anleitung ist zwar nicht kostenlos, aber versierte Strickerinnen werden wohl auch so dahinterkommen 😉

Ich finde die Machart total klasse, vor allem, weil man -anders als bei anderen Restedecken- kein Riesenteil mit sich herumtragen muss, sondern man hat kleine schnell gestrickte Mini-Projekte, die man überall mit hin nehmen kann. (Meine persönliche Bestzeit liegt bei etwas unter 25 Minuten für einen Puff vom Anschlagen bis zum zuhäkeln!
Und das allerbeste: Man muss keine Fäden vernähen.
Ja, ganz recht, hier noch mal fett gedruckt: man muss keine Fäden vernähen! Die losen Enden werden einfach kurz abgeschnitten und mit einer Häkelnadel in das fertige knuffi-puffige Kissen hinein gezogen. Genauso verfährt man am Ende beim Aneinandernähen der einzelnen Hexipuffs (von hexagonal – sechseckig und puffy – fluffig, ausgestopft).

Ich habe eigentlich ne totale Farbmacke und bin ziemlich penibel damit, dass Farben zusammenpassen. Daher ist ein solches Resteprojekt eigentlich gar nix für mich. Bei anderen finde ich solche bunten Dingsis immer total toll, aber ins eigene Wohnzimmer packen…
Im Fall des Beekeeper’s Quilt habe ich mich für einen Kompromiss entschieden: neben den bunten Garnresten stricke ich eine genauso große Anzahl wollweißer und grüner Hexis, damit das ganze in mein grünes Wohnzimmer passt ^^.

Trotzdem habe ich aber noch eine tolle Möglichkeit, alle möglichen Garne zu verwenden (dünnere werden einfach doppelt genommen, oder ich variiere die Maschenanzahl).

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Auf die Art entsteht eine Art Tagebuch meiner Strickprojekte, denn ich kann bei jedem Puff noch sagen, was ich einmal daraus gestrickt hatte. „Das hier sind ein paar Handschuhe für I. und das dort meine flauschige Jacke, und das da die Socken für N.,…“

Natürlich kann man die Puffs nicht nur einfach glatt runter stricken, sondern auch mit Einstrickmustern versehen, besticken,…was immer einem einfällt.
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Der Lieblingsmann hat gerade nachgezählt: insgesamt 116 Stück habe ich schon…Für eine vernünftige Sofadecke werde ich wohl etwa 5 mal so viele brauchen, aber wie gesagt: die entstehen quasi nebenbei 🙂